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ter Engel mußte ganz von ihm gewichen ſein, als er die allerdings zitternde Hand nach den Geldrollen der Sportelkaſſe ausſtreckte. Er begriff nicht, wie er den nächſten Morgen dem Herrn Stadtrichter unter die Augen treten wollte, ohne von dem böſen Gewiſſen ſogleich verrathen zu werden. Ihm ahnete für den künftigen Tag das entſetzlichſte Unglück, was nur einen Menſchen treffen könne.
Nach endlos qualvollen Stunden brach der ver⸗ hängnißvolle Tag an. Der Sportelſchreiber war wie zerſchlagen, als er ſich von ſeinem ſchmerzvollen Lager erhob; ſein Geſicht glich dem eines Todten. Er hatte die ganze Nacht kein Auge zugethan. Selten ward wohl ein Beamteter wegen übertretener Pflicht durch das eigene Bewußtſein in ſolchem Grade beſtraft.
Als die Stunde erſchien, wo er auf's Stadtgericht gehen ſollte, getraute er ſich kaum über die Straße. Sein böſes Gewiſſen flüſterte ihm zu, daß um ſein Verbrechen bereits die ganze Stadt wiſſe. Er wagte zu keinem der Begegnenden aufzublicken⸗
Unter der Rathhausthür ſtand Kellerröschen.
„Mein Gott, Herr Kappler,“ rief Röschen, als ſie des Sportelſchreibers anſichtig wurde,„wie ſehen Sie denn aus, bleich wie der Tod; iſt Ihnen nicht wohl?“
Wie Donnerſchläge des ewigen Gerichts tönten dieſe Worte an Kappler's Ohr. Er raffte ſich mit Gewalt zuſammen, um ſo unbefangen wie möglich zu erſcheinen.
„Mir iſt ganz vortrefflich zu Muthe, mein liebes Röschen,“ ſtotterte er,„ein bischen Erkältung, leich⸗ tes Fröſteln mit etwas Herzklopfen, ſonſt thut mir kein Finger weh.“
„Nehmen Sie ſich in Acht,“ ertheilte Röschen den
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