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„Sie müſſen einmal zur Ader laſſen,“ rieth Lang⸗ ſchädel und wollte fort, Kappler aber faßte ihn krampf⸗ haft am Arme.
„Das ſoll Alles geſchehen,“ rief er,„ſpäter; aber geben Sie mir das Geld her.“
„Seien Sie kein Thor, Kappler,“ erwiederte un⸗ gehalten der Lieutnant,„Sie haben es mir kaum vor einer Stunde geliehen. Morgen um dieſe Zeit ſoll die ganze Summe in Ihren Händen ſein.“
Den Sportelſchreiber faßte Verzweiflung; er klam⸗ merte ſich noch feſter an den Lieutnant.
„Das Geld muß ich haben,“ wiederholte er in höchſter Angſt,„ich ſtehe ſonſt nicht dafür, daß ich mir ein Leids thue.“
„Ach, laſſen Sie mich, zum Satan,“ rief der Lieutnant wild, riß ſich los und war in der Dunkel⸗ heit verſchwunden. Der unglückliche Kappler ward von dem energiſchen Rucke Langſchädel's einige Schritte in die Straße geſchleudert. Als er wieder zum Ste⸗ hen kam, war keine Spur von dem Lieutnant zu ent⸗ decken.
Der Sportelſchreiber ſchwankte, Verzweiflung im Herzen, durch einige Gaſſen, dann trat er den Heim⸗ weg an.
Die Nacht, welche dieſem Abende folgte, war die ſchrecklichſte im Leben unſers Kappler. Kein Schlaf fam in ſeine Augen; von den heftigſten Gewiſſens⸗ biſſen gepeinigt, wälzte er ſich ruhlos auf dem Lager. Ein ſolches Verbrechen hatte ſich der gewiſſenhafte Mann im Leben nicht zu Schulden kommen laſſen. Er begriff gar nicht, wie er ſich durch den Lieutnant, iu dem er jetzt ſeinen wahren böſen Feind erkannte, zu der unerhörten That, die ihm anvertraute Kaſſe anzugreifen, habe können verleiten laſſen. Sein gu⸗


