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ſchreiber, indem er ſich den Angſtſchweiß von der Stirn trocknete,„höchſt ſchmeichelhaft, aber—“
„Oder,“ fuhr Langſchädel, der ſelbſt in der be⸗ drängteſten Lage das Lügen und Aufſchneiden nicht laſſen konnte, fort,„denken Sie vielleicht, ich hätte nicht über andere bedeutende Gönner zu verfügen, die ſich's zum höchſten Vergnügen machen würden, mir die lumpigen achtzig Thaler vorzuſtrecken?“
„Wer wollte dies bezweifeln,“ verſetzte Kappler.
„Und Gönner, hochmögende Gönner,“ ſprach der Aufſchneider weiter,„die mich wie gute Genien fort⸗ während umſchweben. Da kann ich gleich von geſtern ein Beiſpiel erzählen, wobei Sie Mund und Raſe aufſperren werden. Ihr hochlöbliches Stadtgericht hatte mir gedroht, mich auspfänden zu laſſen wegen einer Bagatellſchuld, ich glaube, es waren an die neunzig Thaler; ich lachte und ſah dem Tage der Execution ruhig entgegen, weil ich ſchon voraus wußte, daß mich ein unſichtbarer Gönner nicht würde ſitzen laſſen. Wie gedacht, ſo geſchehen, kaum dunkelt der Abend, kommt eine Rolle mit hundert Louisd'vren in meine Stube geflogen; was ſagen Sie?“—
„Hundert Louisd'vre,“ dachte Kappler nicht ohne Wehmuth,„lieber Gott, da muß ſich dein Kammer⸗ kreditkaſſenſcheinchen und die Krone und der Species freilich verſtecken. Der Herr Lieutnant haben doch außerordentliches Glück, bei ihm kommt Alles durch's Fenſter geflogen. Freilich, wo ſolche unſichtbare Gön⸗ ner wachen, hätte es meiner Hülfe nicht bedurft.“
„Ein ſchönes Sümmchen,“ ſprach er laut.
„Und wie delicat, wie fein, wie nobel,“ fuhr der Lieutnant fort,„das Geld durch's Fenſter in's Zim⸗ mer zu werfen während meiner Abweſenheit. Aller⸗ dings, man kennt mein Zartgefühl und weiß, daß


