Teil eines Werkes 
8. Band, Deutsche Pickwickier : komischer Roman : 3. Theil (1853)
Entstehung
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noch immer nicht, woran Sie wären.“ Von der Un⸗ terredung mit dem Hofcommiſſair ſchwieg er weislich.

„Du haſt Recht,“ erwiederte Kappler,„ich ſäße noch immer in der Ungewißheit, die mir große Un⸗ ruhe bereiten würde. Aber jetzt, Beier, mach' daß Du fortkommſt, ſonſt zankt Dein Vater, es wird ſpät; willſt Du noch einmal trinken? fall' mir auf der Stiege nicht, halte Dich feſt an den Stricken zur Rechten; vor allen Dingen ſchweige gegen Jedermann von der Geldſendung. Ich war das Geld Lang⸗ ſchädel's ſchon ſeit lange her ſchuldig und mag es nicht gerne Jemand wiſſen laſſen, daß ich ſo drinnen ſtak; verſtehſt Du? Nun, grüß' mir Deinen Vater und Deine Mutter und fall' mir ja nicht, Du biſt etwas fahrig; und morgen ſtell Dich hübſch pünktlich zur Schreibſtunde ein. Wir kommen zur kleinen Fractur, ich habe die Federn ſchon geſchnitten.“

Carl wünſchte gute Nacht und polterte die Stiege hinab. Kappler hätte gern geleuchtet, aber er hatte weder Licht noch Oel zu Hauſe.

„Sp ein Junge,“ ſprach er, als er wieder allein war,„iſt doch etwas Schönes auf der Welt. Er läuft überall hin, wohin man es haben will, und iſt mir ſehr nützlich. Wenn ich ihn heut nicht gehabt hätte, ſtand es in der That ſchlimm.“

Der Sportelſchreiber legte ſich noch ein Weilchen in's Fenſter und erfreute ſich des ſchönen Sternen⸗ himmels. Dann betete er ſeinen Abendſegen, welchen er auswendig konnte, und ſuchte im Finſtern ſein dürftiges Lager.

Unter fortwährendem Dankgefühle zu Gott ſchlief er ein. Er war zwar nun wieder ganz arm; aber der Gedanke, Ihr eine frohe Stunde bereitet zu ha⸗ ben, machte ihn unausſprechlich glücklich.

Stolle, ſämmtl. Schriften. VIII. 12