Teil eines Werkes 
8. Band, Deutsche Pickwickier : komischer Roman : 3. Theil (1853)
Entstehung
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„Nun?“ frug er mit ängſtlicher Haſt.

„Sie hat ihn!“ keuchte Beier noch ganz erſchöpft vom ſchnellen Treppenſteigen.

„Wirklich? Den Brief?“

„Mit ſammt dem Gelde. Die machte einmal Augen, Herr Sportelſchreiber, die hätten Sie ſehen ſollen.“

„Haſt Du ſie denn geſehen?“

„Freilich, die Mamſell zündete ſpäter Licht an; ich guckte durch's Fenſter und konnte Alles ſehen.“

Obſchon Kappler ſolche Neugier nicht billigen konnte, mußte Karl gleichwohl Alles ausführlich er⸗ zählen, was er geſehen hatte.

Nachdem der Sportelſchreiber die Gewißheit er⸗ halten, daß ſich ſein Brief in ihren Händen befinde, trat er in ſtiller Dankbarkeit zu Gott an's Fenſter.

Ha! wie wundervoll leuchteten jetzt die Sterne.

„Wie dank' ich dir, v mein Vater!“ ſprach er mit gefalteten Händen, zum Dome der Nacht empor⸗ ſchauend,„daß du mein Werk gelingen ließeſt. O⸗ ich will dir auch ſtets recht dankbaß dafür ſein.“

Hierauf wandte er ſich zu ſeinem Chargé d'Af⸗ faires:

„Beier, willſt Du einmal Braunbier trinken? Du wirſt auch ſchachmatt ſein; ich habe mir in der Angſt über Dein langes Ausbleiben ein Töpfchen voll vom Keller holen laſſen; es iſt delicat.“

Der durſtige Knabe ließ ſich das nicht zwei Mal ſagen. Er trank und entſchuldigte dann ſein langes Außenbleiben damit, daß er doch hätte wiſſen müſſen, ob der Brief auch in die Hände der Mamſell gekom⸗ men ſei.

„Wenn ich nicht noch eine Zeit lang im Dun⸗ keln geſtanden und gewartet hätte, wüßten Sie ja