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„Du haſt Recht, mein Sohn, aber jetzt mußt Du auch mir verſprechen, Niemandem von der ganzen Sache zu erzählen, ſelbſt Herrn Kapplern nicht, daß Du mit mir geſprochen haſt, hörſt Du wohl, es könnte Euch ſonſt Beiden zu großem Nachtheile gereichen. Ich werde Dich genau beobachten laſſen; wenn Du hingegen ganz kurze Zeit ſchweigen kannſt, ſollſt Du und die Deinigen eine ſehr ſchöne Belohnung erhal⸗ ten. Alſo verſprich mir ja, gegen Jedermann, er ſei wer er wolle, und wenn es Deine Mutter oder Dein Vater wäre, reinen Mund zu halten.“
Der Knabe gelobte das unverbrüchlichſte Schwei⸗ gen gegen Jedermann.
„Zugleich, mein Sohn,“ fuhr der Hofevmmiſſair fort,„muß ich Dich auf eine unverzeihliche Unvor⸗ ſichtigkeit aufmerkſam machen. Du haſt den werth⸗ vollen Brief in die Stube geworfen; wenn er nun, man weiß oft nicht, wie das Schickſal ſpielt, in un⸗ rechte Hände kommt? Dann wäre das ganze große Opfer, welches der Herr Sportelſchreiber gebracht hat, umſonſt.“
Karl erſchrak auf's Heftigſte. An eine ſolche Mög⸗ lichkeit hatte er gar nicht gedacht.
„Es iſt daher höchſt nothwendig, daß wir ſo ſchleunig wie möglich, ehe es vielleicht zu ſpät iſt,
nach dem Brückenhauſe zurückkehren. Ich werde dann
ſelbſt dafür ſorgen, daß das Schreiben an Demviſelle Langſchädel gelangt.“
„O wie gut ſind Sie!“ rief freudig der Knabe.
Die Beiden wanderten ſchnellen Schrittes nach Langſchädel's Wohnung zurück. In der Stube, in welche Karl den Brief geworfen, brannte Licht. Ee⸗ earius ſchlich ſich ganz dicht unter den Fenſtern vor⸗ über und konnte Alles genau wahrnehmen, was in
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