Teil eines Werkes 
8. Band, Deutsche Pickwickier : komischer Roman : 3. Theil (1853)
Entstehung
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rede nur den Anfang vernommen; ehe die Fromm⸗ erzürnte damit zu Ende, war er ſchon ein Stück in der Straße dahin.

„Es iſt zwar eine kreuzbrave Frau, meine Wir⸗ thin,“ ſprach Kappler, indem er noch immer Luft ſchnappend dem Thore zueilte;„aber ſie macht mir den Kopf zuweilen recht warm. Wenn ihre Rede des erforderlichen Grundes nicht ermangelt hätte, wollte ich noch nichts ſagen; aber ſo konnte ich mich dadurch im Geringſten nicht getroffen fühlen. Ihre Beſchwö⸗ rungen waren vollkommen am unrechten Orte. Sie befindet ſich immer noch in dem irrigen Wahne, als wohne Madame Runkel in meinem Herzen. Dem iſt nicht ſo. Ich kann an die Garnhändlerin denken, ohne unruhig zu werden, welches Letztere ehedem der Fall war. Ja, ich will's nicht läugnen, die Frau war mir ehedem viel, ſehr viel; aber das menſchliche Herz bleibt ein Räthſel, das behaupten alle Gelehrten.“

Kappler war unter ſolchen Selbſtgeſprächen in's Freie gelangt und wandelte das freundliche Werlaufer entlang. In die Waldberge nach ſeinem Lieblings⸗ plätzchen getraute er ſich ſeit dem großen Räuberaben⸗ teuer nicht mehr.*

„Was nur aus dem Schobri geworden iſt,“ ſprach er für ſich,„ob er das gnäd'ge Fräulein noch geraubt hat oder nicht. Ich bezweifle Letzteres, ſonſt würde man von dem Jungfrauenraube etwas vernommen haben, namentlich, da er ein ſo hochgeſtelltes Fräulein betraf.

„Was man heut zu Tage erleben muß!“ fuhr er nach einer Pauſe fort,„ſolche aufgeklärte, freiſin⸗ nige Zeiten und ein ſchnöder Mädchenraub.“

Kappler gelangte an einen Ort, wo Fiſcher angel⸗ ten. Er blieb ſtehen und ſchaute lange dem einför⸗