Teil eines Werkes 
8. Band, Deutsche Pickwickier : komischer Roman : 3. Theil (1853)
Entstehung
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36 Händen zu haben vermeinte, nicht entſchlüpfen zu laſſen, beſchloß ſie das ſtörrige Sündenlamm mit den gewaltigſten ihrer Beſchwörungen anzugreifen.

Sie eitirte daher den„bleichen Schatten“ von Kappler's ſeliger Mutter, welcher die„knöchernen Arme ringe ob des verwahrloſten Sohnes.“

Jetzt konnte es der Sportelſchreiber nicht länger aushalten. Wiewohl er ſich Anfangs feſt vorgenom⸗ men, einige Wochen den Kranken zu ſpielen und nicht aus dem Hauſe zu kommen, ſo trieb ihn die Donner⸗ rede der für ſeine arme Seele beſorgten Wirthin wider Willen in's Freie.

Ohne ein Wort zu erwiedern, griff der gequälte Kappler krampfhaft nach ſeiner Mütze und jagte davon.

Als die beredte Seelſorgerin ihr Lamm davon⸗ ſpringen und ihre Mühe vergeblich ſah, gerieth ſie in frommen Zorn.

„Lauf, lauf, du Zöllner und Phariſäer!“ rief ſie; „lauf! der verdiente Lohn wird nicht ausbleiben, der holt dich doch ein, wie ſehr du auch läufſt. Du wäreſt der Erſte, der ſeinem Gewiſſen zu entkommen verſucht hätte. Ha, wie ihn der Teufel ſchon beim Kragen hat. Wenn man's nicht ſähe. Lauf, lauf, ich waſche meine Hände, ich habe geeifert nach Chriſtenpflicht, gewarnt und beſchworen. Lauf! aber wenn der hölli⸗ ſche Pfuhl über dir zuſammenſchlägt, wenn die Teufel anſchüren nach Herzensluſt mit immer friſchem Holze, da wirſt du unter Heulen und Zähneklappen an mich gedenken und bereuen, mir nicht gefolgt zu ſein. Aber dann iſt die Reue zu ſpät. Wer die Zeit der Buße und Beſſerung auf Erden verſäumt, der iſt verloren in Zeit und Ewigkeit. Fahr' hin, fahr' hin, es wird dir bringen keinen Gewinn! Amen!“

Der Sportelſchreiber hatte von der Verdammungs⸗