Teil eines Werkes 
8. Band, Deutsche Pickwickier : komischer Roman : 3. Theil (1853)
Entstehung
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rumore dem Sportelſchreiber wieder im Herzen und begann daher aus Leibeskräften gegen dieſe in ihren Augen höchſt verwerfliche Leidenſchaft zu exorciſiren.

Kappler wollte verzweifeln. Die gehabte Audienz beim Stadtrichter, welche ſein ganzes Weſen beſchäf⸗ tigte, ſo wie ſeine höchſt niedergeſchlagene Stimmung machten ihm die eifernde Rede ſeiner Wirthin vol⸗ lends unerträglich.

Er erwiederte kein Wort, ſondern erhob ſich mit einem Seufzer, in welchem er ſeinem gepreßten Her⸗ zen Luft machte.

Die Wirthin, welche das Schweigen des Sportel⸗ ſchreibers für ein ſtummes Zugeſtändniß und den gro⸗ ßen Seufzer für ein Bekenntniß ſeiner Schuld aus⸗ legte, glaubte ſich hinſichtlich ihrer Predigt auf einem dankbaren Gebiete; ihr apoſtoliſcher Eifer erreichte daher den höchſten Grad, um den zerknirſchten Sünder vollends mürbe zu machen und ihm die ſündige Liebe zu ihrer Feindin total aus dem Herzen zu reißen.

Kappler lief verzweiflungsvoll das Stübchen auf und ab. Er ſchnupfte heute wider Gewohnheit in weit kürzeren Pauſen und holte immer tiefer Athem.

„Indeſſen,“ pflegt ein Sprichwort zu ſagen, „ſchöpft man einen Brunnen aus.“ So gelang es auch der Beharrlichkeit des weiblichen Apoſtels, die bodenloſe Sanftmuth und Geduld des Sportelſchreibers zu erſchöpfen. Das unaufhörliche Gekeife der Wirthin machte ihn endlich rackrig.

„Ach, ſchweige Sie, Frau,“ platzte er endlich her⸗ aus und nahm ſich dabei eine ungeheure, eine wahr⸗ hafte Verzweiflungspriſe.

Der Apoſtel glaubte, dieſe hoffärtige Rede Kapp⸗ lers ſei der letzte Stoßſeufzer der niedergedonnerten Sünde, und um den Sieg, welchen ſie ſchon in den

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