Teil eines Werkes 
8. Band, Deutsche Pickwickier : komischer Roman : 3. Theil (1853)
Entstehung
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Yrittes Rapitel.

Kappler geräth in eine ebenſo verwickelte wie gefähr⸗ liche Lage.

N

— ie Wolken über dem Haupte unſers guten Kappler zogen ſich immer bedenklicher zuſammen. Der Hof⸗ commiſſair hatte gegen das Neukirchner Stadtgericht einen Prozeß anhängig gemacht und lebte deshalb mit dem Stadtrichter Kleinſimon auf geſpanntem Fuße. Dieſer hatte das freundliche Verhältniß ſeines Spor⸗ telſchreibers mit dem Hoftommiſſair ſchon lange mit unfreundlichen Blicken betrachtet; er unterſagte daher jetzt geradezu ſeinem Subalternen den Umgang mit dem verhaßten Gegner.

„Ich muß mir Ihre ſpecielle Freundſchaft mit dem Hofcommiſſair ſchlechterdings verbitten, falls Ihnen an Ihrer Stellung ferner gelegen iſt,“ hatte der Stadt⸗ richter zu dem Sportelſchreiber geſagt;„Sie wiſſen, daß Ihr Collegium mit Eecarius im Prozeſſe liegt. Es kann mir daher als Chef dieſes Collegii kei⸗ neswegs angenehm ſein, wenn meine Untergebenen mit dieſem Manne in vertrauter Verbindung ſtehen. Mein Amt verlangt es, daß ich Ihnen dieſe Mitthei⸗ lung mache und Sie gebührend verwarne.“

Kappler erſchrak auf das Heftigſte ob dieſer Rede. Sein Reſpect vor dem Hofcommiſſair war faſt eben ſo groß, als vor Kleinfimon.

„Zugleich verhoffe ich von Ihnen,“ fuhr der Stadt⸗ richter fort,„daß Sie Ihr Benehmen ſo einrichten werden, daß es nicht den Anſchein gewinnt, als habe ich Sie vor dem fernern Umgange mit dem Hofcom⸗ miſſair gewarnt.

Stolle, ſämmtl. Schriften. vIII. 3