Teil eines Werkes 
8. Band, Deutsche Pickwickier : komischer Roman : 3. Theil (1853)
Entstehung
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Nachdem er vorgelaſſen worden, theilte er ſofort die wunderbare Geſchichte dem aufhorchenden Inſpee⸗ tor mit. Dieſer ehemalige Freigeiſt dachte jetzt, nach⸗ dem er fromm geworden, ganz anders über dergleichen überirdiſche Angelegenheiten. Er war ganz Ohr und ſein Intereſſe nahm von Minute zu Minute zu.

Als nun Langſchädel endlich erklärte, daß ein außer⸗ ordentlicher Drang ihn vermocht habe, ſich ſeinem Freunde, dem Inſpector, als einem gottesfürchtigen Manne zu entdecken und um ſeinen Rath und Bei⸗ ſtand zu bitten, wofür er gern einige Procente vom Schatze miſſen wollte, ward Sonnenſchmidt gerührt.

„Lieutnant,“ ſprach er, dem Schatzgräber die Hand reichend,„Ihr habt Euch keinem Undankbaren mitgetheilt. Wir theilen brüderlich, Ihr ſollt um keinen Krenzer übervortheilt werden.“

Dieſes brüderliche Halbpart wollte Langſchädeln gar nicht behagen. Er kratzte ſich hinter den Ohren und erwiederte:„Ein Achtelchen, Inſpector, nicht wahr? Ihr müßt bedenken, daß der Schatz eigentlich mir beſtimmt iſt.“

„Um Himmelswillen,“ beſchwor Sonnenſchmidt, „ſeid in ſolchen Dingen kein Knicker; entſchlagt Euch aller weltlichen, geizigen Gedanken, ſonſt erzürnt Ihr die himmliſchen Geber. Bedenkt, daß die Hälfte in gottesfürchtige Hände kommt. Bedenkt, daß genug da ſein wird für uns Beide. Wenn die Geiſter ſich ein⸗ mal ſplendid zeigen, kommt's ihnen auf ein Tauſend mehr oder weniger nicht an.“

Langſchädel, in Geldgeſchäften ſtets leichtſinnig und ohne Kopf handelnd, ließ ſich durch die beredte Dia⸗ lectik des practiſchen Sonnenſchmidt endlich dahinbrin⸗ gen, daß er dem Inſpector nicht nur die ungeſchmä⸗ lerte Hälfte des Schatzes abtrat, ſondern ſich auch an⸗