Der Lieutnant war entzückt, endlich das Ziel ſei⸗ ner Wünſche erreicht zu ſehen; er beſchloß daher, ſo ſchleunig wie möglich des unterirdiſchen Schatzes ſich zu verſichern. Aber hier ſtiegen große Serupel auf, die reiflich bedacht ſein wollten. Erſtens ſollte er den Schatz bei Tage oder während der Nacht erheben? Im Traume, darauf beſann er ſich deutlich, hatte er eine Laterne gehabt; denn es war ſehr finſter um ihn her geweſen. Dies ſchien ihm ein Wink zu ſein, daß er auch in der Wirklichkeit den Schatz in der Nacht erheben müſſe. Dieſer Wink des wohlthätigen Traum⸗ gotts hatte nach Langſchädel's Anſicht auch ſeinen gu⸗ ten Grund; denn bei Tage war die Sache zu ge⸗ wagt. Wie leicht konnte der Schatzgräber von dem im Kloſtergute und in deſſen Nähe zahlreich beſchäf⸗ tigten Hofgeſinde bemerkt werden. So viel ſtand feſt: die geheimnißvolle Unternehmung mußte nächtlicher Weile in's Werk geſetzt werden.
Nun war die zweite Hauptfrage, welche Langſchä⸗ deln viel Sorge und Nachdenken machte, nämlich wen er zum Begleiter, als Schutz und Schirm bei der Schatzerhebung mitnehmen ſollte; denn mutterſeelallein des Nachts nach den Ruinen des Benedictinerkloſters zu wallfahrten, dazu würde man ihn nicht vermocht haben, und wenn alle Schätze Peru's in den alten Mauern verſteckt gelegen hätten. Er hatte zwar den Napoleon beſiegt, Deutſchland befreit und nach ſeinen eigenen Ausſagen ſich heldenkühn geſchlagen; aber das war Alles bei Tage vor ſich gegangen in der ſchön⸗ ſten Sonnenbeleuchtung. Bei Nacht, das geſtand er ſelbſt, leiſte er wenig. Er müſſe ſeinen Feind ſehen. Mit unſichtbaren Mächten könne er ſich nicht einlaſſen. Da wiſſe man ja nicht einmal, wo man hintreffe.
Aber wen von den viertauſendfünfhundert Be⸗


