Teil eines Werkes 
8. Band, Deutsche Pickwickier : komischer Roman : 3. Theil (1853)
Entstehung
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Ein ganz gleiches Verfahren beobachtete er hin⸗ ſichtlich des Brückenzollgelder-Einnehmers, nnr aus anderm Grunde. Dieſen floh er, damit er ihn nicht anpumpe. Er ſah im Geiſte, wie es in Kurzem mit Langſchädeln ein ſchlimmes Ende nehmen müſſe. Er hatte zwar in der Länge der Zeit ſehr ſchöne In⸗ tereſſen von ihm erhalten, gleichwohl berechnete er zu ſeinem großen Jammer, daß er noch immer einbüße, wenn der Lieutnant in Kurzem fallire. Zugleich that er einen raſenden Schwur bei allen Göttern der Ober⸗ und Unterwelt, dem leichtſinnigen Menſchen nicht den rothen Heller mehr zu leihen, und wenn er auf dem Kopfe tanze.

Das Geld iſt zum Fenſter hinausgeworfen, ſprach er,wovon will mich dieſer gewiſſenloſe Schul⸗ denmacher je wiederbezahlen? Ich war zu ſchwach und zu gut, daß ich ihm immer wieder vorſtreckte; er kannte mein unbewachtes Herz und machte ſich dies zu Nutze. Aber von jetzt iſt die Gnadenthür verrammelt und verriegelt und wär's um eines einzigen Gulden willen; und wenn er's Geld zum trocknen Brote brauchte, von mir erhält er nichts; ich büße genug ein. Ich habe als Chriſt an dem Menſchen gehandelt; aber es hat Alles ſein Ziel.

Während Sonnenſchmidt ſolche fromme Vorſätze faßte, trat ſeine Haushälterin in's Zimmer und mel⸗ dete, daß der Herr Lieutnant den Herrn Inſpector dringend zu ſprechen wünſche.

Sonnenſchmidt, welcher nicht anders glaubte, als Langſchädel befinde ſich wieder in Geldverlegenheit, war nicht in der Stimmung, dem Lieutnant einen freundlichen Empfang zu gewähren. Er ließ daher dem Harrenden kurz und bündig vermelden, daß er nicht zu Hauſe ſei. Die Haushälterin entfernte ſich, kehrte