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Sinn und Wandel beſchwor, wandelte die hohe Ge⸗ ſtalt des Inſpectors in der dritten halben Stunde nach dem nußbaumenen Wandſchranke, aus welchem er einen vergilbten Beutel mit ſchlechtem Gelde her⸗ vorlangte.
Nun begannen die Debatten über die Größe des Darlehns und über die Länge der Zeit. Die ver⸗ langte Summe ſelbſt bekam Langſchädel niez der fromme Sonnenſchmidt reducirte ſie in der Regel auf die Hälfte, wo nicht gar auf das Drittel; mit den Ter⸗ minen hinſichtlich der Rückzahlung war es ebenſo.
War man mit dieſen Vorarbeiten zu Stande, ſo holte der Inſpector einen Stempelbogen; die landes⸗ üblichen Zinſen, vielleicht auch einige Procente mehr, da der großherzige Debitor hoch ünd heilig bethenerte, das Geld ſelbſt außerordentlich hoch verzinſen zu müſ⸗ ſen, ſo wie der Stempelbogen wurden ſogleich in Ab⸗ rechnung gebracht und Langſchädel mußte den von Sonnenſchmidten ſehr gewiſſenhaft ausgeſtellten Schuld⸗ ſchein unterſchreiben. Dies geſchah regelmäßig in der vierten halben Stunde, von dem Zeitpunkte an gerech⸗ net, wo der Lieutnant beim Inſpector um ein Darlehn eingekommen war.
Langſchädel, obſchon er vor dem Hofeommiſſair einen außerordentlichen Reſpect hegte, während er Sonnenſchmidten über die Achſeln anſah, wandte ſich in Geldangelegenheit gleichwohl weit lieber an erſteren, welcher ihm zwar nicht ſo fromme und chriſtliche Er⸗ mahnungsreden hielt wie letzterer, aber dafür mit dem Gelde weit ſchneller bei der Hand war, auch die verlangte Summe rein zahlte, und weder Intereſſen noch Schuldverſchreibung verlangte. Um von dem Inſpector ein paar Thaler ſchlecht Geld gegen hohe Zinſen auf möglichſt kurze Zeit zu erhalten, bedurfte


