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Zweites Rapitel.
Langſchädel träumt höchſt wunderbar und entdeckt ſich deshalb dem Inſpector Sonnenſchmidt.
Der Brückenzollgelder⸗Einnehmer Langſchädel, welcher nie die Kunſt verſtand, gut zu wirthſchaften, war mit der Zeit in ziemlich mißliche Vermögensumſtände ge⸗ rathen. Seine Ausgaben ſtanden mit ſeiner Einnahme in keinem Verhältniſſe. Er war ſchwach genug, kein Vergnügen, das ſich ihm darbot, ausſchlagen zu kön⸗ nen, und was das Schlimmſte bei der Sache, er hatte ſich, nachdem durch des Inſpectors Sonnenſchmidt Frömmigkeit die oft erwähnte Solopartie geſtört wor⸗ den war, dem Hazardſpiele zugewandt, wo er hoch und unglücklich ſpielte. Zwar wußte er für ſeine Lebensweiſe, wenn ihm der fromme Sonnenſchmidt oder der ſtrenge Eccarius ernſtliche Vorwürfe machten, eine Menge Entſchuldigungsgründe. Beim Hofcom⸗ miſſair ſchützte er die Beſchwerlichkeiten ſeines Amtes vor, welche eine Erholung unumgänglich nothwendig machten; bei dem Inſpector meinte er, mit einem alten gedienten Krieger, welcher den Napolevn zu Boden geworfen und dem großen deutſchen Vaterlande ſeine Selbſtſtändigkeit und Freiheit wiedergegeben habe, dürfe man das nicht ſo genau nehmen.
Langſchädel würde, was den Inſpector anlangte,
dergleichen Entſchuldigung gar nicht für nöthig erach⸗ tet, ſondern dem frommen Manne, wenm er ſich's hätte in den Sinn kommen laſſen, an des Herrn Lieut⸗
nants Lebensweiſe zu corrigiren, unfehlbar ſehr gröb⸗
lich, wie es ſeine Art war, geantwortet haben, wenn es nicht ſeine eigene Bewandtniß dabei gehabt hätte.


