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um ein Recht geltend zu machen, das man ihm ſo hartnäckig habe verweigern wollen; er erklärt, daß er in Betracht der ſchweren Opfer, welche dieſer Prozeß Ew. Exeellenz bereits gekoſtet, längſt die Friedenshand geboten haben würde, ſo ihm dies nicht durch die eben ſo häufigen als gehäſſigen Infinuationen des Doctor Bock wäre verleidet worden. Der Herr Hof⸗ commiſſair empfiehlt ſich ſchließlich mit der ergebenſten Bitte, daß Ew. Excellenz ſein Anerbieten mit derſel⸗ ben Geſinnung, als es von ſeiner Seite gebracht wird, anzunehmen die Güte haben wollen. Er verhofft dies um ſo mehr, da er meine Perſon zum Ueberbringer auserwählt hat, welche geſtern Abend ſo ſchöne Ge⸗ legenheit gehabt, den vortrefflichen Charakter Ew. Excellenz kennen zu lernen.“
Der General wußte die erſten Augenblicke, nach⸗ dem Willer geendigt, wirklich nicht, ob er recht ge⸗ hört hatte, ſo völlig unerwartet kam ihm das groß⸗ müthige Anerbieten des zeither ſo gehaßten Gegners. Er langte mechaniſch nach dem Schreiben des Hofcom⸗ miſſairs, welches der Student hinhielt, und faltete es aus einander.
Theils litt der bejahrte Mann an Kurzſichtigkeit, theils ſchwammen ihm, er mochte das Schreiben bald nah, bald entfernter halten, die Buchſtaben ſo confuß durch einander, daß er keine Sylbe herauszubringen vermochte.
Willer, der den Grund hiervon ſogleich errieth, frug mit vieler Beſcheidenheit, ob Seine Excellenz vielleicht erlauben wollten, wenn er den Brief vorläſe.
„Thun Sie das, Freund,“ erwiederte der General mit ſeltſam bewegter Stimme.
Der Student machte nun von der erhaltenen Er⸗
laubniß Gebrauch und trug das Schreiben vor. Die⸗


