Teil eines Werkes 
8. Band, Deutsche Pickwickier : komischer Roman : 3. Theil (1853)
Entstehung
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er,und Waſſer im Siebe forttragen; ich kann mich dazu nicht verſtehen.

Ew. Excellenz hätten den Prozeß gar nicht beginnen und nicht ſo bös werden laſſen ſollen, ſprach Willer.

Geſcheut, entgegnete der General,das hab' ich bereits vor Jahren eingeſehen; jetzt kommt aber dieſe Weisheit zu ſpät. Schlimm genug, daß ſich dieſe ſo häufig dann erſt findet, wenn unſre Dummheit und Halsſtarrigkeit bereits Alles verdorben hat. Aber was wollten Sie vorhin damit ſagen, mein junger Freund, daß ich den Fahrweg nicht bauen und auch mein Grundſtück nicht verkaufen ſoll? Bedenken Sie, daß ich ſo eben das letzte Urthel erhalten habe, gegen wel⸗ ches keine weitere Appellation möglich iſt.

Doch, doch, beharrte lächelnd der Student.

Zum Henker, ſo ſprechen Sie! rief ungeduldig

der General,was halten Sie länger hinterm Berge.

Aber ich ſehe ſchon, es wird auch nicht viel Er⸗ freuliches zum Vorſchein kommen.

Wohlan, verſetzte Willer, und zog ein Papier aus der Bruſttaſche,hiermit habe ich die Ehre, Ew. Excellenz die gerichtlich autorifirte Verzichtleiſtung auf Ausübung der auf Ihrem Grund und Boden laſten⸗ den Servitut, ſo lange Sie nämlich für Ihre Per⸗ ſon im Beſitze des Gartens ſind, im Namen meines Freundes, des Herrn Hofcommiſſairs Eeccarius, zu überreichen. Zugleich verzichtet derſelbe auf jedwede Entſchädigung, welche Ew. Excellenz durch das letzte Urthel der höchſten Inſtanz auferlegt worden iſt, ſo wie er alle ihm im Laufe des langwierigen Prozeſſes gezahlten Conventionalſtrafen zu Ihrer Dispoſition zu⸗ rückſtellt. Der Herr Hofcommiſſair verbindet hiermit die Erklärung, daß er den Prozeß keineswegs deshalb ge⸗ führt habe, um ſich zu bereichern, ſondern lediglich,

Stolle, ſämmtl. Schriften. v1iII. 2

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