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Mit dieſen Gedanken machte ſich Kirchner nach dem Empfangzimmer auf den Weg. Als er den Stu⸗ denten erſchaute, rief er ſogleich, ihm die Hand herz⸗ lich ſchüttelnd:
„Sie hat ein guter Genins geſandt. Denken Sie nur, wie mir's armem Manne auf meine alten Tage ergeht! Wahrhaft gotteserbärmlich ſpringt man mit mir um. Es iſt ſchlechterdings um aus der Haut zu fahren.“
Der General theilte fofort dem aufmerkſam zu⸗ hörenden Studenten, der neben ihm auf dem Sopha Platz genommen hatte, die grofartige Prozeßgeſchichte mit. Da er ziemlich eurſoriſch dabei zu Werke ging, war er bald damit zu Ende.
„Und was iſt das Ende vom Liede?“ frug er ſchließlich.
Da Willer hier die Antwort ſchuldig blieb, fuhr der alte Krieger leidenſchaftlich fort:„Was iſt das Ende vom Liede?— daß ich nach zehnjährigem, bei⸗ ſpielloſem Aerger, nach enormen, wahrhaft zum Fen⸗ ſter hinausgeworfenen Geldſummen den vermaledeiten Fahrweg wiederherſtellen und in baulichem Stande erhalten ſoll. Was ſagen Sie?!“
Der Student lächelte, und dem erzürnten alten Manne die Hand hinreichend, erwiederte er:„Nein, das ſollen Ew. Exeellenz nicht!“
„Nicht wahr,“ frug der General,„lieber das ganze Neſt verkauft und auf und davon gezogen; das iſt auch mein unwiderruflicher Entſchluß.“
„Nein,“ fuhr Willer ruhig fort,„auch das ſollen Ew. Excellenz nicht, weder das anmuthige Grundſtück verkaufen, noch auf und davon ziehen.“
Kirchner ſah den Studenten fragend an.
„Etwa den Prozeß nochmals aufnehmen,“ meinte
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