Teil eines Werkes 
8. Band, Deutsche Pickwickier : komischer Roman : 3. Theil (1853)
Entstehung
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Einweihung des Fahrweges einen eigenen Triumph⸗ marſch componiren zu laſſen; eine ſolche Malice ſieht ihm ähnlich. Nein, das wäre mehr, als ein armer Sterblicher ertragen kann. Ich habe ehedem manche Batterie erſtürmt; ich fürchte mich vor Hölle und Teufel nicht, was die Courage anbelangt; aber hier in Sachen dieſes Prozeſſes muß ich meine Schwach⸗ heit bekennen. Das ertrage ich nicht. Darum fort mit der ganzen Beſitzung, fort, je eher je lieber. Meine Feinde ſollen wenigſtens nicht die Freude ha⸗ ben, ſagen zu können, daß, ſo lange ich den Garten beſeſſen habe, der Fahrweg geſtattet geweſen ſei.

Während die Beiden auf dieſe und ähnliche Weiſe converſirten, ward der Student Karl Willer angemel⸗ det, welcher, ſeinem geſtrigen Verſprechen gemäß, dem General einen Beſuch abzuſtatten kam.

Er kommt wie gerufen, ſprach der General, dem bei dem Namen des Angemeldeten wieder freier und froher zu Muthe ward,Beifuß, führe ihn un⸗ verzugs nach der blauen Stube, ich werde ſogleich erſcheinen.

Als der Kammerdiener ſich entfernt hatke, fuhr Kirchner, ſeine Toilette etwas in Ordnung bringend, fort:

Ich hatte ob der ſchändlichen Prozeßgeſchichte den verſprochenen Beſuch ganz vergeſſen. Der brave Willer konnte zu gar keiner gelegenern Zeit kommen. Das iſt doch noch ein Menſch, mit dem ſich ein verſtändi⸗ ges Wort reden läßt. Ich bin begierig, was Der zu dem Prozeſſe überhaupt und namentlich zu dem tragiſchen Ausgange ſagen wird. Ich bin überzeugt, daß er gleichfalls Feuer und Flammen ſpeit, ſchon ie zu Liebe, denn er ſcheint mich nicht ungern zu haben.*