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Auf das Knarren, welches die⸗Thür verurſachte, wandte der General den Kopf und da er des Kam⸗ merdieners anſichtig wurde, frug er:
„Beifuß, Er hat wohl auch ſein Theil erhalten?“
„Allerdings,“ erwiederte der Gefragte, indem er mit den Händen ſeinen Rücken viſitirte,„es iſt mir ſo.“
„Er kommt da,“ tröſtete der General,„für ſein Theil golden weg; wie muß ich thun? ich liege auf der Folter.“
„Verzeihen Ew. Excellenz⸗ ich bin in ſolchen Din⸗ gen beſcheiden.“
„Beifuß!“ rief nach einer Pauſe der alte Kriegs⸗ mann.
„Ew. Excellenz!“
„Laß Er mal in das Wochenblatt und in den politiſchen Kinderfreund die Anzeige ſetzen, daß ich mein Haus und Garten verkaufe.“
„Ew. Excellenz belieben zu ſcherzen.“
„Beifuß, thu Er, wie ich Ihm geheißen.“
„Das iſt ja nicht möglich! Das herrliche Grund⸗ ſtück, worauf Ew. Excellenz—“
„So außerordentliche Summen verwandt,“ fuhr der General fort,„allerdings, leider.“
„Welches Ew. Excellenz,“ ſprach der Kammerdie⸗ ner,„ſo lieben, daß Hochdieſelben oft geſchworen ha⸗ ben, hier und nirgend anders ſolle Ihk Grab ſein.“
„Muß ich denn nicht befürchten, guter Beifuß, daß es dem Herrn Hofcommiſſair morgen einfällt, eine neue Servitut hervorzuſuchen, welche mir ſogar das eigene Begräbniß unterſagt, oder daß er eine Heer⸗ und Militairſtraße über mein Grab führt? Du ſiehſt ja, daß es keine Gerechtigkeit in dieſem Lande gibt. Nein, Beifuß, eh' ich eine Fahrſtraße mitten durch meine Roſen- und Jelängerjelieberlauben dulde,


