Teil eines Werkes 
8. Band, Deutsche Pickwickier : komischer Roman : 3. Theil (1853)
Entstehung
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er gar nicht wußte, wo er anfangen ſollte. Er war vom Sopha aufgeſprungen und lief tobend in der Stube auf und ab. Dabei focht er barbariſch mit einem Stocke in der Luft, daß Beifuß, der ganz un⸗ verſchuldeter Weiſe ſchon einige Hiebe erhalten hatte, entſetzt aus einer Ecke in die andere ſprang. Der Hocherzürnte ſah nicht, wo er hinſchlug. paßte daher einen glücklichen Moment ab, um ſo ſchleunigſt wie möglich durch die Thür zu entkommen, ohne d daß der General bei ſeiner Aufregung die Flucht bemerkt hätte. Die Excellenz fuhr noch eine geraume Zeit fort, auf Tiſche und Stühle zu ſchlagen, daß Gläſer und Taſſen zitterten und klirrten. Endlich ſank er auf's Sopha.

Nach reiflicher s beſchränkte er ſeinen Stte Racheplan vor der Hand in ſo weit, daß er blos den Doctor Bock mit dem Leben beſtrafen oder ihm Arme und Beine rechtskräftig zerbrechen laſſen wolle; den Urthelsverfaſſer behielt er ſich für eine ſpätere Zeit vor; und die Reiſe zum Landesfürſten, damit dieſer durch einen Gewaltſtreich das Urtheil caſſire, ſchlug er ſich bald ganz aus dem Sinne. Er gedachte, wie ſchlimm es ihm in einem ähnlichen Falle in demſelben eſe ſchon ergangen ſei.

Nachdem er ausgetobt hatte, lag er auf dem So⸗ pha und ächzte und ſtöhnte und fluchte. Bald klagte er die irdiſche Gerech chtigkeitspflege als größte Ver⸗ brecherin beim Himmel an, bald verwünſchte er ſie in den tiefunterſten Höllenpfuhl.

Der geflüchtete Beifuß ſteckte von Zeit zu Zeit den Kopf durch die Thür, um über den Zuſtand ſei⸗ nes desperaten Herrn Erkundigungen einzuziehen. Als er gewahrte, daß ſich der Hauptraptus gelegt habe, ſchlich er leiſe wieder in's Zimmer.