„Das Chriſtenthum,“ fuhr Beifuß fort,„das ächte, wahrhafte Chriſtenthum iſt die Lehre, die uns erſtarket und nicht zu Schanden werden läßt, wenn des Lebens mannigfache Ungewitter über unſerm ſün⸗ denvollen Haupte dahindonnern; welche uns erhebt über alles Trübſal und alles Ungemach der Erde. Trachtet nicht nach Schätzen, an welchen die Motten nagen und welche der Roſt frißt.“
„Der Heidenhund,“ unterbrach hier laut auf⸗ ſchreiend die Excellenz,„mir das zu ſchreiben; dieſer Satan hält mich, bei meiner Seele! zum Narren; was? ich ſoll nicht nach Güter trachten, an welchen der Roſt nagt; wenn ich noch ein paar ſolche Pro⸗ zeſſe zu führen und noch ein paar ſolche nichtswürdige Advocaten zu mäſten hätte, würden bald weder die Motten noch der Roſt bei mir etwas zu nagen und zu freſſen haben.“
Beifuß gelangte endlich zu dem eigentlichen Zwecke des Schreibens, nämlich den General mit dem un⸗ glücklichen Ausgange des Prozeſſes bekannt zu machen und ihm zugleich das offene Bedauern an den Tag zu legen, daß es beim beſten Willen dem Sachwalter nicht möglich geweſen ſei, ein anderweitiges Rechts⸗ mittel gegen das allerdings höchſt grauſame Urtheil zu ergreifen.
Der General, welcher trotz dieſer klaren Ausein⸗ anderſetzung noch immer nicht das Schlimmſte⸗ahnete, denn er war mit der Länge der Zeit gegen die un⸗ günſtigen Urtheile der verſchiedenen Inſtanzen nach⸗ gerade indolent geworden, ſo wie er auch diesmal glaubte, es handle ſich nur um eine abermalige Ent⸗ ſchädigung des Hofcommiſſairs, wie er ſchon gewohnt war, frug daher ziemlich gefaßt:„Nun, wie lautet denn dieſes, nach dem Ausſpruche des Doctor Bock


