auch nur über die geringfügigſten Dinge ſchrieb, un⸗ terließ nie, im Context die ſämmtlichen Titel ſeines Clienten, ſo wie mehre, aus eigenem Gutachten hin⸗ zugefügten, mit diverſen et ceteris einfließen zu laſ⸗ ſen⸗ weil dadurch die Copialgebühren, an welchen er
Theil hatte, bedeutend vermehrt wurden. Der Gene⸗ ral, welcher ein Feind aller Weitſchweifigkeiten war, ärgerte ſich ſtets über dieſes Titulaturweſen, zumal hinter demjenigen des Doctor Bock in der Regel nie viel Erfreuliches zu folgen pflegte. Als daher Beifuß zu leſen begann:„Hoch⸗ und Wohlgeborener, Inſon⸗ derheit enen—“ unterbrach ihn Kirch⸗ ner mit den Worten:„Zur Sache, Beifuß, eine halbe Seite tiefer!“
Der Kammerdiener, welcher den General nicht verſtand, glaubte, er habe nicht recht geleſen, und be⸗ gann abermals und zwar weit lauter:„Hoch⸗ und Wohlgeborener, Inſonderheit Hochzuvenerirender, wie auch nicht minder höchſt Reſpectabler—“
„Du ſollſt die Titel weglaſſen und blos den Brief leſen,“ wiederholte Kirchner.
Beifuß, dem von je nichts wichtiger erſchienen, als gerade die Titel, weil alle Welt darauf ſo viel gab, glaubte, Seine Excellenz ſpaße. Er lächelte daher auf höchſt ſchlaue Weiſe und ließ ſich in den Titulaturen im Geringſten nicht ſtören, ſondern trug ſie jetzt mit einer wahrhaft diplomatiſchen Genauig⸗ keit vor.
Der General verzweifelte
„Der Menſch bringt mich um,“ rief er, als die Titel gar kein Ende nehmen wollten und Beifuß noch immer nicht zum eigentlichen Texte gelangte.
Endlich war er fertig.
„Gott ſei Dank,“ ſeufzte die Excellenz,„nun werden wir hören.“


