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adeligen Tänzer abgeholt, während Willer zu ſeinem hohen Protektor und ſpäterhin zum Hofcommiſſair zurückkehrte. Dieſer ſaß mit unendlichem Wohlbehagen in einem Nebenzimmer“und als er Willern erſchaute, ließ er ſogleich Champagner bringen.
„Es iſt der ſchönſte Tag meines Lebens,“ ſprach er mit dem Studenten anſtoßend;„aber jetzt bitt' ich nur eins, ſo bald wir das Fläſchchen ausgeſtochen ha⸗ ben, kehren Sie nach dem Tanzſaale zurück, tanzen nach Belieben oder widmen ſich Ihrem edeln Be⸗ ſchützer; nur, das bitte ich angelegentlich, bekümmern Sie ſich um mich nicht, hören Sie wohl, thuen Sie gar nicht, als ob ich zugegen ſei; ich werde Ihnen das„warum“ Morgen aus einander ſetzen.“
Willer, der aus dieſen Worten nicht recht klug ward, bat um nähern Aufſchluß; Eeccarius vertröſtete ihn aber fortwährend auf Morgen, ſo daß ſich der Student in des Hofcommiſſairs Willen zu ergeben verſprach.
Nachdem man die Flaſche geleert, kehrte Willer nach dem Saale zurück, während der Hofcommiſſair aus der Ferne den Beobachter machte.
Endlich erſchien der große i in der Neukirchner Har⸗ moniegeſellſ ſchaft noch nie dugeweſene Moment, wo ein bürgerlicher Student mit einem Fräulein vom höchſten Adel zum Tanze antrat. Es hat wohl nie ein ſchöneres Paar gegeben, dies mußte ſelbſt der erbitterte Adel und der neidiſche Bürgerſtand zugeſte⸗ hen, und nie ſah man die Frangaiſe anmuthvoller tanzen als diesmal. Der alte General Kirchner ſelbſt, der ſonſt nicht viel auf den Tanz gab, verwandte kein Auge von beiden Lieblingen und applaudirte, als die Touren zu Ende waren.
Willer tanzte den nächſten Tanz mit einem hüb—


