Willer ließ ſich das nicht zwei Mal ſagen. Er engagirte ſich mit dem Fräulein von Löwenſtern auf die zweite Francaiſe und erkundigte ſich bei dieſer Gelegenheit zugleich, wie ihr die romantiſche Wald⸗ partie von ehegeſtern bekommen ſei?
Ein Wort gab das andere; die Zwei befanden ſich alsbald zum Entſetzen des hohen Adels in tiefem Geſpräch.
Der General, als er die beiden Leutchen ſo char⸗ mant discuriren ſah, ging, ſich vergnügt die Hände reibend, den Saal wiederholt auf und ab; und war ob der beiſpiellos langen Geſichter der hohen Ariſto⸗ kratie ausnehmend erfreut.
Frau von Fellenberg war mehr todt als leben⸗ dig. Sie hätte vor's Leben gern ihre Tochter zurück⸗ gerufen; aber gerade die Familie von Löwenſtern hatte am meiſten Urſache, den alten General bei guter Laune zu erhalten. Die gnädige Frau, wie ſchwer es ihr wurde, mußte diesmal in das Unver⸗ meidliche ſich fügen.
„Man muß geſtehen,“ hieß es hier und da unter dem Adel, indem man ſeinen Grimm nur ſchlecht zu verhehlen vermochte,„Seine Excellenz ſind heut' aus⸗ nehmend liebenswürdig.“—„Der Mann wird in der That täglich ſchwächer,“ flüſterte ein bejahrter Adeliger ſeiner Nachbarin zu.„Ich fürchte mit der Zeit wirklich für ſeinen Verſtand,“ tönte es als Ant⸗ wort,„mich ſollte für dieſen Fall die Familie wahr⸗ haft dauern.“
Von dem bürgerlichen Ballpublikum war ein großer Theil der feſten Ueberzengung, daß nach ſol⸗ chen Erlebniſſen der jüngſte Tag gar nicht mehr fern ſein könne.
Ein neuer Tanz begann, Clara ward von ihrem 11*


