Teil eines Werkes 
7. Band, Deutsche Pickwickier : komischer Roman : 2. Theil (1853)
Entstehung
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liebe Clara, daß Sie meinem jungen Freunde hier keinen Korb geben werden. Sie ſehen mir dazu viel zu ſchön, zu gut und zu verſtändig aus.

Clara ward über und über roth und wußte in den erſten Augenblicken nicht, was ſie erwiedern ſollte. Obſchon ihr Herz Willern wegen ſeines Verfahrens gegen Bianca völlig frei ſprach, ſo hatte ſie doch zu viel Verwünſchungen über den Studenten ausſprechen hören, als daß ſie bei des jungen Mannes Erſcheinen nicht hätte erſchrecken ſollen. Sie warf daher einige ängſtlich fragende Blicke nach Madame Chignon, die unfern ſaß; dieſe ſchien aber noch weit mehr erſchrok⸗ ken zu ſein, als Clara ſelbſt, und blickte ſtarren Au⸗ ges den General an.

Nicht wahr, wiederholte der alte Krieger, ſo laut, daß es die Umſitzenden deutlich vernehmen konn⸗ ten,Sie ſind viel zu gut und zu verſtändig, als daß Sie meinem jungen Freunde einen Tanz abſchla⸗ gen ſollten?

Clara bedauerte, daß ſie bereits engagirt ſei.

Der General ſtutzte und ſeine Stirn zog ſich in Falten. Er fürchtete, daß dem Mädchen von der hochadeligen Sippe gleichfalls Averſion gegen das Bür⸗ gerthum eingeimpft ſein möchte.

Er frug daher etwas pikirt:Auch für den nächſt⸗ folgenden ſchon engagirt?

Bedaure, ebenfalls, war die Antwort.

Kirchner ward immer finſterer:Wie ſteht's denn aber, fuhr er examinirend fort,mit dem nächſten Tanze nach dem Nächſtfolgenden, auch ſchon beſetzt?

Nein, erwiederte Clara.

Jetzt ward der General wieder freundlich und ſprach zu Willer:Nun, mein Herr Student, da langen Sie zu.