Teil eines Werkes 
7. Band, Deutsche Pickwickier : komischer Roman : 2. Theil (1853)
Entstehung
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und dem General frohen Muth eingeſprochen hatte, ſich denn doch geſtehen, daß ſein rabuliſtiſches Arſe⸗ nal erſchöpft ſei. Das letzte Urtheil der höchſten In⸗ ſtanz, gegen welche keine weitere Appellation denkbar, war vor Kurzem erſchienen. Es verurtheilte den Ge⸗ neral zu ſofortiger Wiederherſtellung des ſtreitigen Fahrwegs, zur Erlegung einer anderweitigen höchſt bedeutenden Entſchädigungsſumme für den Hofcom⸗ miſſair, ſo wie zu Bezahlung ſämmtlicher Koſten. Drei Tage lang hatte ſich der Doctor Bock nach Em⸗ pfang dieſes Urthels in ſein Zimmer eingeſchloſſen, wie ein Kolikgeplagter auf dem Sopha umhergewälzt und ſein Gehirn in allen vier Kammern nach Mög⸗ lichkeit durchgearbeitet, um wo möglich noch eine Spitz⸗ findigkeit ausfindig zu machen, welche der letzten In⸗ ſtanz entgegengehalten werden könne. Es war Alles vergebens. Bock's Weisheit war zu Ende. Der rän⸗ kevolle Advocat mußte ſich an das ſaure Werk machen, dem General von des großen Prozeſſes endlichem Aus⸗ gange, den er ſchon vor neun Jahren vorausgeſehen, in Kenntniß zu ſetzen. Perſönlich wagte er dem al ten Kriegsmanne die unheilvolle Botſchaft nicht zu überbringen, denn er fürchtete, den General werde auf der Stelle der Schlag rühren; oder wenn dieſes auch nicht der Fall ſei, könne er bei ſeiner bekannten Heftigkeit leicht den Stock ergreifen und den Doector zum Hauſe hinaus prügeln. Bock ſuchte alſo die Pille in einem eben ſo ehrerbietigen wie ſchmerzheu⸗ chelnden Schreiben möglichſt zu verzuckern. Der Zu⸗ fall wollte, daß ſie dem General Kirchner gerade den Tag nach dem letzten Harmonieballe, wo er des jun⸗ gen Willers ſich ſo wacker angenommen hatte, über⸗ reicht werden ſollte.

Es bedarf wohl nach Erwähnung dieſes ärger⸗