Teil eines Werkes 
7. Band, Deutsche Pickwickier : komischer Roman : 2. Theil (1853)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

156

bemerkte Kleinſimon.Als rechtskräftigen Eigenthümer der Steinmann'ſchen Fabrik ſteht ihm die Ausübung der, ich geſtehe es, allerdings höchſt läſtigen Servitut unwiderruflich zu.

Ach, was Servitut, polterte der General,die Canaille iſt ja längſt todt, längſt erloſchen.

Wenn Ew. Excellenz dies zu beweiſen vermögen, erwiederte der Stadtrichter,dann haben Hochdieſelben allerdings gewonnen. Indeß nach meinen Rechtsan⸗ ſichten und wie ich die Sachlage überblicke, dürfte ein ſolcher Beweis an die Unmöglichkeit grenzen.

Wie ſo? frug der General,hat mir der ver⸗ ſtorbene Beſitzer Mühlberg, Gott hab' ihn ſelig, nicht hinſichtlich dieſer vertrackten Fahrſtraße plein pouvoir gegeben? Würde ich denn außerdem ein Narr geweſen ſein, ſolche Summen auf die Verſchönerung meines Gartens zu verwenden?

Der Stadtrichter zuckte die Achſeln und erwiederte: Die Erlaubniß, welche der verſtorbene Mühlberg Ew. Excellenz hinſichtlich dieſes Fahrwegs gegeben, war wohl für ſeine Perſon verbindlich, aber keineswegs für ſeinen Nachfolger. Will dieſer, wie hier der Fall eben vorliegt, von ſeinem Rechte Gebrauch machen, ſo kann ihm das Niemand verwehren. Es bleibt beim Himmel nichts übrig, als gütlicher Vergleich mit dem Hofcommiſſair oder Herſtellung des Fahrwegs.

Der alte Kriegsmann tobte wie ein angeſchoſſener Löwe. Er ſchwur hoch und theuer, daß er lieber Tau⸗ ſende verprozeſſiren wolle, eh'er jenem Böſewicht einen Heller auszahle; an die Herſtellung des Fahrwegs ſei bei ſeinen Lebzeiten gleich gar nicht zu denken. Er beſchloß ſofort den pfiffigſten und verſchmitzteſten Ad⸗ vocaten aus der ganzen Umgegend anzunehmen und den Prozeß anzufangen. Seine Wahl hinſichtlich des