Teil eines Werkes 
7. Band, Deutsche Pickwickier : komischer Roman : 2. Theil (1853)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

154⁴

Binnen wenigen Stunden war der Befehl in Aus⸗ führung gebracht, und die Thüre, wozu der Hofcom⸗ miſſair den rechtmäßigen Schlüſſel beſaß, von unten bis oben wohl vermauert und verkalkt.

Eccarius, ſo wie er zu Hauſe angelangt, traf ſo⸗ gleich Anſtalten, die ſtädtiſche Behörde von des Ge⸗ nerals Eingriffe in ſeine Gerechtſame in Kenntniß zu ſetzen und ihren Schutz in Anſpruch zu nehmen.

Der Stadtrichter, welcher gegen die Excellenz, vor welcher er allen möglichen Reſpeet hatte, nicht ſogleich officiell einſchreiten wollte, begab ſich zuvor perſönlich zu dem Hofcommiſſair, um denſelben zu vermögen, daß er ſich auf privatlichem und gütlichem Wege mit dem General hinſichtlich der läſtigen Servitut verglei⸗ chen möge. Da jedoch Eccarius hiervon ſchlechter⸗ dings nichts wiſſen wollte, ſo blieb dem Stadtrichter nichts übrig, als Beklagten die Ausfertigung zuſtellen zu laſſen, wonach er unter Vermeidung von fünf Reichsthalern Strafe gehalten war, binnen den näch⸗ ſten zwei Wochen, vom Tage der Inſinuation an ge⸗ rechnet, den betreffenden Weg zum Beſten des Stein⸗ mann'ſchen Fabrikgeſchäfts wieder in fahrbaren Stand zu ſetzen.

Der General, welcher dieſer obrigkeitlichen Ermah⸗ nung nicht den geringſten Werth beimaß, warf die Zufertigung zerriſſen und zuſammengeballt in ſeinen Maculaturkorb und dachte im Entfernteſten nicht dar⸗ an, dieſe Verordnung, welche, ſeiner Meinung nach, dem geſunden Menſchenverſtande total zuwiderlief, zu berückſichtigen.

Die zwei Wochen waren daher verſtrichen, ohne

daß ſich eine Hand gerührt hätte, den Fahrweg her⸗ 9 8

zuſtellen. Jetzt reichte der Hofcommiſſair die zweite Klage ein, worin er auf funfzig Thaler Vergütung