Teil eines Werkes 
7. Band, Deutsche Pickwickier : komischer Roman : 2. Theil (1853)
Entstehung
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die unzweideutigſten Drohworte. Da Eccarius end⸗ lich einſah, daß hier auf parlamentariſchem Wege Nichts auszurichten ſei, und daß die beleidigenden Reden bald zu ernſten Thätlichkeiten übergehen würden, wo dann die beiden Bürgerlichen der Uebermacht des Adels nothwendigerweiſe erliegen mußten, ſo eilte er nach den vordern Gemächern zurück, wo der größte Theil der bürgerlichen Herren mit ſüßem Schauer von fern den ſtreitenden Stimmen, die von Zeit zu Zeit, namentlich wenn die hintere Thüre auf⸗ und zuge⸗ macht wurde, dahertönten, zuhörten. Mehre beſorgte Familienväter hatten es ſogar unmittelbar nach Be⸗ ginn des Streites für rathſam erachtet, lieber den Ball zu verlaſſen, als ſich der Gefahr auszuſetzen, in un⸗ verſchuldete Mißhelligkeiten zu gerathen. Beſſer ſei bewahrt als beklagt, hatten ſie mit bedenklichem An⸗ geſicht geäußert und waren zu nicht geringer Entrü⸗ ſtung ihrer tanzluſtigen weiblichen Cortège mit ange⸗ zündeter Laterne der ſichern Heimath zugepilgert.

Der Hofcommiſſair predigte wie ein zweiter Peter von Amiens zum Kreuzzuge gegen den Adel. Er donnerte wie Demoſthenes. Bei jedem andern Pu⸗ blico hätten ſeine flammenden Worte außerordentliche Wirkung hervorbringen müſſen. Er beſchwor die bür⸗ gerlichen Harmoniemitglieder, nur dies einzige Mal ſich mannhaft zu zeigen, zuſammenzuhalten und der ariſtokratiſchen Aroganz die Spitze zu bieten. Sie befänden ſich in ihrem größten Rechte, es gelte die Ehre ihres Standes, die von dem Adel ſo himmel⸗ ſchreiend verletzt worden ſei; wenn ſie heute nicht auf⸗ träten, hätte die übermüthige Nobleſſe in der Har⸗ monie ein für allemal gewonnenes Spiel.

Das war Alles taubeu Ohren gepredigt. Die bür⸗ gerlichen Mitglieder ſahen ſich, eins das andre, kopf⸗ ſchüttelnd an.