142
„Ich menge mich nicht in die Sache; ich auch nicht,“ hieß es hier und da;„bei dergleichen Streitig⸗ keiten iſt keine Ehre kinzulegen. Was der Willer eingebrockt, kann er auch aufeſſen, wie kämen wir dazu; zudem iſt es ein Fremder, der ſich gar nicht ſo viel hätte herausnehmen ſollen.“
Wie groß auch der Einfluß war, den der Hof⸗ commiſſair über ſehr viele der bürgerlichen Harmonie⸗ mitglieder ausübte, ſo vermochte er doch hier, obſchon nicht einmal der Schatten einer Gefahr ſich zeigte, trotz ſeiner befeuernden Beredtſamkeit nicht das Geringſte auszurichten. Von den ſämmtlichen anweſenden Bür⸗ gerlichen fand ſich nur ein Einziger vor, der Tuch⸗ händler Breitkopf, welcher durch des Hofcommiſſairs Worte alarmirt, Anfangs entſchloſſen war, dem Eecarius gegen den Adel zu folgen. Unglücklicher Weiſe beſann er ſich aber noch zu rechter Zeit, daß Herr von Fellenberg ſein Tuch bei ihm kaufe. Wie leicht konnte er dieſen Kunden verlieren, ſo es be⸗ kannt wurde, daß er unter Anführung des Hofcom⸗ miſſairs gegen den Adel zu Felde gezogen ſei. Er trat alſo zurück unter dem Vorwande, daß er nicht der Einzige ſein wolle, welcher die Kaſtanien aus dem Feuer hole. Wenn ſich Niemand weiter entſchließe, dem Aufgebote des Herrn Hofcommiſſairs zu folgen, nähme auch er ſein Wort zurück. Sie Drei, der Hofcommiſſair, der Student und Er, könnten allein dieſe Sache nicht ausmachen.
„Wohlan,“ ſprach endlich Eccarius zu den Bür⸗ gerlichen,„ich verlange ja gar nicht, daß Sie mir in Perſon folgen ſollen, um an dem Streite in der That Theil zu nehmen, erlauben Sie mir nur, daß ich, da der bürgerliche Vorſteher nicht aufzufinden, in Ihrem Namen ſprechen darf' und daß mir ſpäter Niemand


