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„Laßt unſre Diener abſitzen und das Lumpengeſindel zu allen Teufeln jagen,“ ſchrie es hier und da. Auch Löwenſtern, der ſich in beiſpielloſer Aufregung befand, hatte große Luſt, Gewalt anzuwenden und wirklich ließen mehre Pierrots eine Anzahl Dienerſchaft von den Pferden ſteigen, mit welcher ſie zum Sturme her⸗ anrückten. Als die Damen gewahrten, daß es zu Feindſeligkeiten kommen ſollte, begannen mehre laut aufzuſchreien; die Zimmerleute und Schanzarbeiter aber ſtellten ſich wie auf Commando mit Aexten und Hacken in kampfbereite Poſitur. Zugleich traten die beiden Polizeidiener hervor und unterſagten im Namen des Stadtmagiſtrats jedwede Gewaltthätigkeit, indem ſie die Herren Cavaliere für jeden daraus hervorge⸗ henden Unglücksfall verantwortlich machten.
Weniger die Worte der Polizei, als die blitzen⸗ den Aexte und die trotzige Haltung der Handwerks⸗ leute brachten die ſturmluſtigen Cavaliere zur Be⸗ ſinnung und flößten ihnen Ehrfurcht vor dem Ge⸗ ſetze ein.
Löwenſtern, in Verzweiflung, gerieth jetzt auf den Einfall, den Hohlweg ausſchaufeln zu laſſen; aber dies erwies ſich eben ſo unausführbar, wie die Erſtürmung der Barricade; denn bei angeſtrengter Arbeit bedurfte dieſes Werk wenigſtens drei bis vier Stunden.
Unter ſoichen zu Nichts führenden Berathſchlagun⸗ gen war wieder über eine Viertelſtunde vergangen; der Wind ſtrich auf der Anhöhe, wo die Schlittenca⸗ ravane hielt, gerade am ſchneidendſten, ſo daß die Damen genöthigt wurden, ſich immer tiefer in ihr Pelzwerk zu verhüllen.
In dieſer höchſt troſtloſen, verzweiflungsvollen Lage faßte Fellenberg den Baron Löwenſtern, der vor Wuth, Aerger und Schaam mehr todt als lebendig war, am Arm.


