Teil eines Werkes 
7. Band, Deutsche Pickwickier : komischer Roman : 2. Theil (1853)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

30

lichen zu überzeugen. Der Baron ward bald roth, bald blaß; er knirſchte mit den Zähnen, als er die Ausſage ſeines Dieners beſtätigt fand.

Wer hat dieſe Ruchloſigkeit befohlen? brauſte er die Handwerksleute an.

Um Himmelswillen, raunte ihm Fellenberg in's Ohr,mäßige Dich, mit Gewalt ſetzen wir hier nichts durch.

Mit Verlaub, erwiederte der alte Zimmermann, das iſt keine Ruchloſigkeit, ſondern ein ehrlicher Ver⸗ hau, von ehrlichen Händen aufgeworfen, auf ausdrück⸗ lichen Befehl des Herrn Hofcommiſſairs.

Das iſt mehr als teufliſch, fuhr Löwenſtern fort, der ſich nicht zu beherrſchen vermochte,auf der Stelle werdet Ihr die Paſſage frei machen.

Das werden wir wohl bleiben laſſen, gab der Zimmermann trocken zur Antwort.

Verſucht's im Guten, beſchwor Fellenberg leiſe von Neuem,es iſt das einzige Rettungsmittel; und zu den Arbeitsleuten gewendet, ſprach er:

Oeffnet getroſt die Bahn, ihr Leute, der Herr

Baron und ich werden es bei dem Herrn Hofcommiſſair verantworten.

Ohne ſeinen ausdrücklichen Befehl, verſetzte der alte Zimmermann,können wir keine Hand anlegen und dürfen wir Niemanden hindurchlaſſen.

Unterdeß hatte ein großer Theil der Cavaliere ihre Schlitten verlaſſen und waren der Barricade zugeeilt; ſämmtliche Pierrots, die kaiſerliche Majeſtät nebſt Ge⸗ folge, ſelbſt Kappler und das luſtige Opernperſonal fanden ſich anweſend. Es gab offene, allgemeine Empörung; Alles lärmte und fluchte durch einander. Fellenberg war der Einzige, der zur Ruhe ermahnte aber vergebens.