Eccarius hatte dem Baron von Löwenſtern bereits im vorigen wie auch im diesjährigen Winter wieder⸗ holt bedeuten laſſen, daß er einen Fahrweg über ſein Beſitzthum nicht länger dulden könne. Er würde viel⸗ leicht weniger dagegen einzuwenden gehabt haben, wenn man, wie ſich's gehört hätte, ihn wenigſtens eine Anfrage vergönnt hätte; dies war nicht geſchehen und ſo hatte er die Paſſage, deren man ſich ange⸗ maßt, unterſagt.
Der ſtolze Löwenſtern hielt es nicht der Mühe werth, auf die Reclamationen des Mannes, dem er ohnehin nicht zugethan war, im Geringſten zu achten und fuhr, wie auch all' ſeine Unterthanen, nach wie vor über die Felder des Hofcommiſſairs. Dieſer ſchwieg ſtill und lauerte auf eine Gelegenheit, dem Herrn
Baron mit einem weit energiſchern und um ſo empfind⸗ lichern Veto in den Weg zu treten. Eine ſchönere Gelegenheit, als die ſolenne Schlittenfahrt, konnte es aber gar nicht geben. Alſo zu derſelben Zeit, wo im geräumigen Schloßhofe von Ehrenberg die großar⸗ tige adelige Schlittenburg ſich ordnete, befahl Eccarius ſeinen Sappeurs, ſchleunigſt Hand anzulegen und die Fahrt über ſein Gebiet zu ſperren. Während im Schloßhofe Feſtordner und Schlittenlenker alle Hände voll zu thun hatten wegen der bevorſtehenden Abfahrt,
war bei der Hofcommiſſairiſchen Armee daſſelbe der
Fall. Binnen einer kleinen Viertelſtunde zog ſich
quer über das befahrbare Feld eine ſo energiſche Barri⸗
eade, als gälte es, einen achträderigen Dampfwagen
im ſchnellſten Laufe aufzuhalten. Mit einem Schlitten
hier durchzukommen, das war ein Gedanke, den der
kühnſte Lebensverächter nicht würde gewagt haben.
Die Paſſage war gänzlich geſperrt und Schloß Ehren⸗
berg, was den Fahrweg anlangte, von der übrigen
civiliſirten Welt rein abgeſchnitten.


