Teil eines Werkes 
7. Band, Deutsche Pickwickier : komischer Roman : 2. Theil (1853)
Entstehung
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welche auch ſämmtlich angenommen worden waren. Es hatten ſogar eine Anzahl der geladenen jungen Da⸗ men und Herren neue Quadrillen für den Ball ein⸗ geübt; auch häufige Proben zu einem kleinen Gele⸗ genheitsſtücke zu Ehren des Gaſtgebers wurden gehal⸗ ten. Was aber der ganzen Sache die Krone aufſetzen ſollte, das waren einige maskirte Schlitten, wozu ſich der junge Victor mit mehren adligen Univerſitäts⸗ freunden vereinigt hatte. Die drolligſten Charaktere aus Opern und Luſtſpielen ſollten en costume darge⸗ ſtellt werden.

Als ſich das Gerücht hiervon in der Stadt ver⸗ breitete, erreichte die Neugier der Neukirchner den höchſten Grad, denn eine ſolche öffentliche Maskerade war noch nicht dageweſen; und mit Sehnſucht erwar⸗ tete man den ſiebenzehnten Januar, auf welchen Tag die große Schlittenfahrt feſtgeſetzt war.

Auch der Hofevmmiſſair Eccarius wünſchte den ge⸗ nannten Tag nicht ohne gewiſſes Intereſſe herbei, je⸗ doch aus ganz anderm Grunde, als das Neukirchner Publikum. Er hatte in Erfahrung gebracht, daß in dem Maskenzuge auch ſein guter Kappler figuriren ſollte, auf die Gefahr hin der Lächerlichkeit Preis ge⸗ geben zu werden; dies war ihm genug, den hohen Herrſchaften die ganze Schlittenfahrt zu Nichte zu machen.

Der junge Victor von Löwenſtern hatte den Spor⸗ telſchreiber aus keinem andern Grunde abconterfeit, als um ſich nach der Zeichnung eine täuſchend ähn⸗ liche Wachsmaske anfertigen zu laſſen und ſo die in ganz Neukirchen bekannte Perſönlichkeit bis auf die Kleidung getren zu copiren. Victor wollte anfäng⸗ lich auf einem projectirten Maskenballe als Sportel⸗ ſchreiber Kappler erſcheinen; da der Ball aber nicht