Teil eines Werkes 
7. Band, Deutsche Pickwickier : komischer Roman : 2. Theil (1853)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

fend, mit großer Selbſtzufriedenheit an das Fenſter und ſchaute nach der Straße..

Der große Held ſtellte aber alsbald ſein Pfeifen ein und gerieth in einige Unruhe, denn er erkannte den Hofeommiſſair, welcher die Häuſerreihe daher ge⸗ rade auf Kappler's Wohnung zuſchritt.

Da kommt Eccarius, ſprach er eilfertig,ich wette, der hat Ihnen einen Beſuch zugedacht. Der darf mich hier nicht treffen. Wie leicht könnte er Verdacht ſchöpfen.

Mit dieſen Worten verließ er ſchleunigſt das Zim⸗ mer und war wie der Wind die Treppe hinab. Um dem gefürchteten Hofcommiſſair nicht zu nahe zu kom⸗ men, enteilte er durch die Hinterthür im Hofe.

Kappler aber war durch den neuangemeldeten Be⸗ ſuch wieder in große Beſtürzung gerathen. Er be⸗ gann zum zweiten Male im Zimmer aufzuräumen und ſeine Toilette nach Kräften zu vervollſtändigen.

Langſchädel hatte nicht unrecht prophezeit. Nach wenigen Minuten trat der Hofcommiſſair in's Zimmer. Kappler, ſprach der Eingetretene, nachdem er

ohne weitere Complimente Platz genommen hatte,

ſchenken Sie mir reinen Wein ein; wie verhielt ſich's mit der Notenſchreiberei? ich glaube nicht daran und wette, man hat Sie nach dem Ehrenberge gelockt, um dort ſeinen Witz mit Ihnen zu treiben.

Ei, mein hochverehrteſter Herr Hofkammercom⸗ miſſair, proteſtirte der Sportelſchreiber,im Gering⸗ ſten nicht hat man ſeinen Witz mit mir getrieben; im Gegentheil, ich bin ſehr freundlich aufgenommen wor⸗ den. Noten gab es allerdings nicht abzuſchreiben.

Dacht' ich's doch, brummte Eccarius,der junge Victor von Löwenſtern befindet ſich zu Beſuch auf Eh⸗