Teil eines Werkes 
7. Band, Deutsche Pickwickier : komischer Roman : 2. Theil (1853)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

15

Das iſt mir lieb, verſetzte Langſchädel,offen geſtanden, mir war etwas bange um Sie. Aber wie da, Kappler, wenn man ſich bemüht, Sie durch Gold zum Reden zu bringen? Es iſt leicht möglich, daß man einen großen Preis auf meine Entdeckung ſetzt.

Und wenn man alle Reiche der Welt darauf ſetzt, erwiederte eifrig der Kappler,ich ſchweige, wie das Grab.

Langſchädel reichte dem Sportelſchrelbes die Hand und ſprach in gerührtem Tone:Kappler, ich werde Ihnen das nie vergeſſen.

Aber ſagen Sie mir, fuhr Kappler voll Beſorgniß fort,wie ſind Sie nur zu dem unglückſeligen Duelle gekommen? Womit hat man Sie beleidigt?

Mich? beleidigt? lachte Smich hat Niemand beleidigt.

Aber wie konnte denn das Duell ent⸗ ſtehen, in welchem Sie ſo meiſterhaft geſchoſſen haben?

Auf die einfachſte Weiſe von der Welt, erklärte der Lieutenant;einer der Huſarenoffiziere ſprach ſich auf dem letzten Harmonieballe etwas ungünſtig über den Bürgerſtand aus. Ich hörte es. Da war der Tanz fertig. Man darf nie etwas auf ſeinem Stande ſitzen laſſen, merken Sie ſich das.

Aber konnte denn die Sache, erwiederte Kappler, nicht auf friedlichem Wege abgemacht werden? Das kann doch dem lieben Gott unmöglich angenehm ſein, wenn ſeine Kinder im tiefſten Frieden auf einander ſchießen.

Kappler, das verſtehen Sie nicht, ohne Blut konnte es diesmal nicht abgehen. Der Adel mußte einen Denkzettel erhalten. Er wird ihn ſo bald nicht wieder vergeſſen.

Aber wie leicht konnten Sie auch todtgeſchoſſen