Teil eines Werkes 
7. Band, Deutsche Pickwickier : komischer Roman : 2. Theil (1853)
Entstehung
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von höherer Hand bereitet werde, als es an die Thür klopfte und der Lieutnant Langſchädel hereintrat.

Der Sportelſchreiber, auf ſo frühen Beſuch durch⸗ aus nicht vorbereitet, war außer ſich vor Schreck und Beſtürzung, daß man ihn in ſolchem nonchalanten Zuſtande vorfinde. Er wußte im erſten Augenblicke nicht, wonach er zuerſt greifen ſollte, ob nach ſeinen herabhangenden Unausſprechlichen, oder nach dem durchlöcherten Schlafrocke, oder nach einem Stuhle für den Lieutnant.

Entſchuldigen Sie, Kappler, begann Langſchä⸗ del,wenn ich bei ſo frühem Tageslichte erſcheine, und laſſen Sie ſich im Geringſten nicht ſtören. Ich kann aber das Geheimniß, ſo ich Ihnen geſtern an⸗ vertrauen wollte, nicht länger bei mir behalten. Es drückt mir das Herz ab; ich habe die vergangene Nacht nicht ſchlafen können.

Der Sportelſchreiber, noch immer mit Aufräumen beſchäftigt, vernahm wenig von den Eingangsworten des Lieutnants. Er hatte bei ſeiner übergroßen Eilfertig⸗ keit den Kaffeetopf umgeworfen, welcher Unfall ihn von Neuem in Verwirrung brachte. Langſchädel fuhr fort:

Sie verſprechen mir, mich nicht zu verrathen? hören Sie wohl, Kappler, mich nicht zu verrathen!

Um alle Schätze der Welt nicht, gelobte der Sportelſchreiber, welcher mit Betriebſamkeit bemüht war, die braune Cichorienfluth aufzutrocknen.

Wohlan, ſo vernehmen Sie denn, ſprach der Lieutnant in langſamem, feierlichem Tone.

Kappler ſcheuerte ununterbrochen weiter.

Ich habe das gekränkte Bürgerthum, begann Langſchädel,auf eine eelatante Weiſe am Adel ge⸗ rächt; auf eine Weiſe, wie wohl ſelten dageweſen und wie ſie ſo leicht nicht wiederkommen wird.