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daß das Zuſehen beim Spiele ein noch weit größeres Verbrechen ſei als das Spiel ſelbſt. Es gehöre unter die ſogenannten geheimen und ſcheinheiligen Sünden. Er entwarf ein grauenhaftes, greuelvolles Bild ſolcher ſcheinheiligen Sünden, deren hohe Inmoralität er nicht ermangelte, in ihrer ganzen Verworfenheit hinzuſtellen.
Während Eccarius auf dieſe Weiſe dveirte, ver⸗ zog er nicht eine Miene und behielt ſeine ruhige ernſthafte Haltung in dem Grade bei, daß der Un⸗ eingeweihte in der That glauben mußte, der Mann ſpreche aus vollſter Ueberzeugung.
Sonnenſchmidt, der Dialectik des Hofcommiſſairs keineswegs gewachſen, ward endlich mit Schrecken ge⸗ wahr, welcher Miſſethat er ſich ſchuldig mache, wenn er dem Solo länger zuſchaue. Er klopfte leiſe ſeine Pfeife aus und entfernte ſich ſo unbemerkt wie möglich.
Dies hatte Eccarius nur gewünſcht. Es machte ihm großes Vergnügen, den ehemaligen Freigeiſt ein wenig gezüchtigt und in die Flucht getrieben zu haben.
Während aber der Hofcommiſſair ſich's hatte Mühe koſten laſſen, den Inſpector von der hohen Inmora⸗ lität des Spiels zu überzeugen, war er gar nicht gewahr worden, wie auch der gottesfürchtige Kappler, auf den es gar nicht abgeſehen, in hohem Grade ſtutzig geworden war.
Die Worte des Hofcommiſſairs waren ihm ſo ein⸗ leuchtend erſchienen, daß er mehrere Male im Begriff ſtand, das letzte Spiel anzuſagen.
„Sie haben mir aus der Seele geſprochen, hoch⸗ geehrter Herr Hofkammercommiſſair,“ begann er, nach⸗ dem Eccarius mit ſeinen Beweisgründen zu Ende,„man mag ſagen, was man will, das Spiel iſt und bleibt ein Laſter. Ich werde fortan auch daſſelbe, ſo viel in meinen Kräften ſteht, gleichfalls zu umgehen ſuchen.“


