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„Ah ſo,“ verſetzte der Hofcommiſſair;„was Sie früher zu wenig thaten, ſuchen Sie jetzt einzubringen.“ „Mag's nicht leugnen,“ geſtand Sonnenſchmidt, „man kommt in die Jahre; wird nachdenklicher.“ „Richtig,“ fuhr Eccarius fort,„Weisheit kommt mit den Jahren, iſt ein altes Sprichwort. Wie lange werden denn Ihre Spielferien noch dauern?“ „Iſt unbeſtimmt,“ meinte der Inſpector,„das Spiel gewährt mir in der That wenig Vergnügen mehr.“ „Allerdings,“ erwiederte der Hofcvmmiſſair,„Sie ſehnen ſich nach geiſtiger und geiſtlicher Nahrung. Wohlan, wir wollen an Ihnen nicht zu Verführern werden; frommen Wandel ſoll man nicht ſtören.“ Hierauf arrangirte Eeccarius das Solo zu dreien; Sonnenſchmidt ſtellte ſich mit der dampfenden Pfeife hinter Langſchädel und ſchaute dem Spiele zu. Der Hof⸗ commiſſair, welcher ſich über den fromm gewordenen Freigeiſt ärgerte, ließ nicht ab, ihn beſtändig zu necken. „Das Spiel iſt doch,“ begann er,„bei Licht be⸗ ſehen, ein wahres Laſter; ein Meuchelmord an Geiſt und Zeit, das in einem gebildeten, und was mehr ſagen will, in einem chriſtlichen Staate eigentlich nicht geduldet werden ſollte. Der Inſpector hat vollkom⸗ men Recht, wenn er ſich von dieſer Sünde frei erhält. Ja, will man ſtreng gehen, ſo würde ich nicht ein⸗ mal erlauben, dem Spiele zuzuſehen. Iſt es nicht eben ſo ſtrafbar, wenn man einem Diebſtahle ruhig zuſchaut, in Gedanken Theil daran nimmt, als ob man ihn ſelber verübte? Und iſt das Spiel nicht ein Diebſtahl und zwar ein um ſo verdammlicher, da er an einem Dinge begangen wird, das man ſich mit allem Golde der Welt nicht wiederkaufen kann, ich meine die Zeit?“ Der Hofcommiſſar ging noch weiter. Er bewies,


