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Der Sportelſchreiber war ſo klug wie zuvor und überdies auf die Folter der Neugier geſpannt. Er begriff nicht, warum Langſchädel nicht mit der Sprache heraus wolle, da er wegen ſeines kurzen Geſichts den eingetretenen Eccarius nicht bemerkte.
Der Lieutnant ging dem Hofcommiſſair zuvor⸗
kommend entgegen. So wie letzterer Kapplern er⸗ ſchaute, erkundigte er ſich ſogleich, wie es mit der Notenabſchreiberei auf Ehrenberg abgelaufen ſei, denn er hatte bereits erfahren, daß der Sportelſchreiber auf genanntem Schloſſe geweſen ſei. Kappler wollte ſich in weitläufigen Entſchuldigun⸗ gen ergehen, dem Rathe des Hofcommiſſairs nicht nachgekommen und nach Ehrenberg gegangen zu ſein. Er ward aber von Eccarius unterbrochen.
„Was waren es denn für Noten?“
Kappler, dem es ſehr ſchwer ankam, eine Un⸗ wahrheit zu ſagen, erwiederte ſtockend:
„Ich glaube, Sonaten.“
„So, Sonaten?“ fuhr Ecearius fort,„und der Compoſiteur?“
Der Sportelſchreiber ward ob dieſes unerwarteten Examens immer beſtürzter..
„Der geachtete Compoſiteur fällt mir nicht gleich bei,“ erwiederte er ſtockend.
Der Hofcommiſſair, welcher Kapplern genau kannte, war ſogleich im Klaren, daß es mit der Notenſchrei⸗ berei ſich anders verhalte, als der des Lügens unge⸗ wohnte Sportelſchreiber berichtete; doch ſetzte er, um Kapplern größere Verlegenheit zu erſparen, das Exa⸗ men nicht fort. Der Sportelſchreiber war ſehr er⸗ freut darüber und Eccarius frug:„Ob man heut Abend nicht ein Spielchen machen wolle?“
Der Lieutnant wie Kappler waren erbötig. Es


