Der Sportelſchreiber ward über und über roth und vermochte auf dieſe Rede, die ihm wie ein ſeli⸗ ges Evangelium erklang, kein Wort zu erwiedern.
„Ich glaube auch,“ fuhr Langſchädel nach einer Pauſe fort,„Sie würden keine Frau unglücklich ma⸗ chen, Kappler; Sie ſind von verträglichem Charakter, ſanftem Gemüth und reinen Sitten.“
„Oh, ach,“ ſtammelte der von dieſen Worten be⸗ rauſchte Sportelſchreiber.
„Mit meiner Nichte zum Beiſpiel,“ ſprach der Lieutnant ruhig weiter,„würden Sie ſich recht gut vertragen; was meinen Sie? Agnes iſt ebenfalls verträglich und ganz geſchaffen, einem Manne das Leben zu erheitern.“
Der Sportelſchreiber hätte mögen zur Erde fallen und Langſchädeln anbeten.
„Freilich,“ meinte der andre trocken und achſel⸗ zuckend,„Ihre Stellung iſt nicht der Art, eine Frau anſtändig zu ernähren; Sie müſſen nach Vermögen gehen und meine Nichte iſt arm.“
„Aber reich, unermeßlich reich,“ platzte jetzt der Sportelſchreiber heraus,„an Vorzügen des Geiſtes wie des Herzens.“
„Davon wird man heut zu Tage nicht ſatt, mein lieber Kappler,“ erwiederte welterfahren der Lieutnant.
Kappler geſtand dies nicht ohne Seufzer zu; den⸗ noch hatten die Worte Langſchädel's in ſeinem Herzen einen gewaltigen Aufſtand zu Wege gebracht.„Ich glaube, Sie würden ſich recht gut vertragen!“ dieſe Phraſe klang noch immer wie Orgelton und Glocken⸗ klang in ſeinem Innern. Der Lieutnant erſchien ihm als Gott, weil er die Nichte dem Baron mit den ſieben Rittergütern nicht zugeſtehen wollte.
„Ach,“ dachte er bei ſich,„wenn ich nur Eins,


