Teil eines Werkes 
6. Band, Deutsche Pickwickier : komischer Roman : 1. Theil (1853)
Entstehung
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Ich bringe nichts zu Stande, ſprach er,ich bin einmal ein verlorner Menſch, der ſich in höheren Regionen nicht zu bewegen weiß. Ich werde mich ſtatt des Simulirens dem heiligen Geiſte überlaſſen, er möge mich erleuchten in der Stunde der Gefahr. Bei Langſchädel's Haſenbraten war' accurat ſo. Was hatt' ich da ſtudirt und memorirt. Als ich vor der himmliſchen Agnes ſtand, waren die ſchönſten Redens⸗ arten total verwiſcht und ich habe mich gleichwohl mit dem Engelsbilde ſcharmant unterhalten. Ich ſprach einige Male wie ein Buch. Agnes war freilich auch ein Engel voller Nachſicht und Milde.

Als Kappler nicht ohne Bangen in den ſtattlichen Schloßhof trat, erſcholl ein mörderiſches Hundegebell und zwei rieſenhafte Doggen, welchen die allerdings etwas auffällige Geſtalt des Sportelſchreibers ſonder⸗ bar vorkommen mochte, kamen im vollen Galopp da⸗ hergerannt und vertraten den Weg, indem ſie einen wahrhaft diaboliſchen Lärm vollführten.

Kappler, welcher nicht anders glaubte, als leben⸗ digen Leibes aufgefreſſen zu werden, begann zu reti⸗ riren, während er kläglich nach Hülfe ſchrie. Aber je lauter er ſchrie und je weiter er ſich zurückzog, deſto herzhafter und lärmender folgten die Doggen, welche dem Sportelſchreiber weiter kein Leid zufügten und die ſonderbare Geſtalt fortwährend nur mit ihren Naſen beſchnuffelten.

Auf Kappler's Geſchrei erfolgte durchaus keine Hülfe. So ward der Geängſtete immer mehr gegen das Schloßthor zurückgedrängt. Ein paar nichtsnu⸗ tige Bediente, welche unter dem Portale des Schloſſes

ſtanden und dem merkwürdigen Schauſpiele zuſchauten,

wollten platzen vor Lachen und thaten nicht das Ge⸗ ringſte, die Beſtien zurückzurufen.