Teil eines Werkes 
6. Band, Deutsche Pickwickier : komischer Roman : 1. Theil (1853)
Entstehung
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ſo freundlich blauen Wellen des Fluſſes floſſen trübe durch das Thal.

Unterwegs hatte Kappler große Noth. Er hatte noch nie einem ſo hohen Herrn gegenüber geſtanden und wußte deshalb nicht, wie er denſelben tituliren oder anreden ſollte.

Ich werde Ew. Excellenz ſprechen, meinte er für ſich.Wenn Herrn von Löwenſtern auch dieſer Titel nicht gehört, ſo kann es nichts ſchaden, wenn man etwas dazu thut, es iſt immer beſſer, als wenn man etwas abkneipt.

Ew. Excellenz, werd' ich ſprechen,haben die hohe Gnade gehabt, Ihren unterthänigſten, treuge⸗ horſamſten Knecht der hohen Gnade für würdig zu erachten.

Aber, fuhr er nach einigem Nachdenken fort, da kommen die Wortehohe Gnade zweimal in einem und demſelben Satze vor; das iſt eine ſtyliſti⸗ ſche Unvollkommenheit und kann nicht paſſiren. Alſo: Ew. Excellenz haben die hohe Gnade gehabt, auf Ih⸗ ren unterthänigſten, treugehorſamſten Knecht den huld⸗ vollſten Ihrer Blicke zu werfen und ſelbigen für wür⸗ dig erachtet

Hier hielt Kappler abermals inne.

Selbigen, ſprach er,das kann man ebenſo gut auf den Blick, wie auf den Knecht beziehen; ſolche Zweideutigkeiten müſſen vermieden werden; was ſollte Herr von Löwenſtein von meiner Styliſtik denken?

Ehe der Sportelſchreiber mit Abfaſſung ſeiner An⸗ rede zu Ende war, war er dem Schloſſe Ehrenberg immer näher gekommen. Er verlangſamte daher trotz der übeln Witterung ſeinen Schritt und ſann und ſann; aber ſeine ſtyliſtiſchen Bemühungen wollten durchaus kein entſprechendes Reſultat liefern. Endlich ward er ungeduldig.