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heit, wie ſie dem kurzſichtigen Sportelſchreiber vorge⸗ kommen; ſie konnte vor Jahren Anſpruch auf Hübſch⸗ heit gehabt haben; jetzt war, außer einer angeneh⸗ men Geſtalt und eines wohlklingenden Organs, wenig mehr davon zu erblicken. Die äußeren Reize dieſes nicht mehr jungen Mädchens wurden aber durch ihre innern Vorzüge reichlich aufgewogen. Sie beſaß das beſte Herz, einen lebhaften und nicht ungebildeten Geiſt und eine unverſiegbare Heiterkeit, die ſie trotz der ſtörriſchen Launen ihres oft tyranniſchen und poltern⸗ den Onkels zu bewahren wußte.
Gleich im erſten Augenblicke hatte Agnes in Kapp⸗ lern den Fremdling in Welt und Leben erkannt; aber anſtatt denſelben durch ein geſetztes und zurückhalten⸗ des Betragen noch mehr einzuſchüchtern, war ſie ihm mit wohlwollender und faſt treuherziger Freundlichkeit entgegen gekommen und dadurch eben ſeinem Herzen, zu welchem nie ein ſolcher Ton geklungen war, unbe⸗ ſchreiblich lieb und theuer geworden. Anſtatt des Spor⸗ telſchreibers große Schüchternheit lächerlich zu finden und ſich Scherz und Spott damit zu erlauben, that ihr im Gegentheil der arme Mann Leid und ſie be⸗ mühte ſich, ihn ſeine gedrückte Lage ſo wenig als mög⸗ lich fühlbar zu machen.
Kappler war eben im Begriff, den zweiten Wal⸗ zer für Agnes von Neuem abzuſchreiben, es hatte ſich zu ſeinem nicht geringen Verdruß abermals ein Feh⸗ ler eingeſchlichen, als es ziemlich vernehmbar an die Thür klopfte und gleich darauf der betreßte Bediente des Herrn von Löwenſtern auf Ehrenberg in das be⸗ ſcheidene Zimmer trat.
Der Sportelſchreiber, welcher bei ſeinem kurzen Geſicht und ob der ſchimmernden Treſſen den Ein⸗ getretenen im erſten Schrecken für einen Offizier hielt,


