Teil eines Werkes 
6. Band, Deutsche Pickwickier : komischer Roman : 1. Theil (1853)
Entstehung
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der Geliebten ſonſt auf keine Weiſe beſchwerlich fiel. Der Beſcheidene war beglückt genug, wenn er an dem lieben Häuschen vorübergehen und dabei einen Blick nach dem Fenſter werfen konnte.

Kappler hatte ſeit der verhängnißvollen Haſen⸗ mahlzeit es nicht wieder gewagt, bei Langſchädeln einen Beſuch zu machen, obſchon letzterer beim Ab⸗ ſchiede geſagt, daß er bald wiederkommen möge und dies ſogar der gute Ton in Neukirchen verlangte. Der Sportelſchreiber war hierzu viel zu ſchüchtern und zu beſcheiden und mit den conventionellen Sitten zu wenig bekannt. Er glaubte, wenigſtens einen Vorwand haben zu müſſen, wenn er das Haus des Lieutnants wieder betreten wolle. Er ſann hin und her. Die Liebe iſt erfinderiſch. Kappler erinnerte ſich, daß Demvoiſelle Agnes Klavier ſpiele und ihren Wunſch nach ein paar in damaliger Zeit ſehr belieb⸗ ten Walzern ausgeſprochen hatte. Sofort ließ der Sportelſchreiber alle Minen ſpringen, ſich die bewuß⸗ ten Mufikſtücke zu verſchaffen. Daß er als geſchickter Notenſchreiber etwas leiſtete, dieſes war wohl das einzige Selbſtbewußtſein, das er beſaß; ja er war ſelbſt etwas eitel darauf. Hier nun beſchloß er ſeine ganze Kunſtfertigkeit zuſammen zu raffen, um Aus⸗ gezeichnetes zu Stande zu bringen. Aber je eigen⸗ ſinniger er bei dieſem Liebesopfer zu Werke ging, deſto größre Schwierigkeiten ſtellten ſich ihm in den Weg. Bald war ihm das Papier nicht ſchön, bald die Dinte nicht ſchwarz genug; bald wieder taugten die Federn nichts. So verging ein Tag nach dem andern und das Meiſterwerk wollte nicht zu Stande kommen.

Was die Geliebte Kappler's anbelangte, ſo war Agnes Langſchädel keineswegs die überirdiſche Schön⸗