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werben, da könne erkannt werden, ob Zeit und Geld zweckmäßig angewandt worden ſei.
Trotz ſeinen wiſſenſchaftlichen Beſtrebungen, denen er periodenweiſe mit ausnehmender Energie oblag, wo er oft Wochen lang nicht hinter den Büchern vor⸗ kam, verſäumte Willer doch auch die geſelligen Freuden des academiſchen Lebens nicht. Er war der beſte Fech⸗ ter und gewandteſte Turner. Jeder Studirende hütete ſich, ihm zu nahe zu treten, weil man wußte, daß Willer jede Beleidigung mit Blut zu rächen pflegte. Ein Duell war ihm Kinderſpiel. Er war aus jedem Zweikampfe als Sieger heimgekehrt. Ein Gleiches galt von den übrigen ritterlichen Künſten; kein Roß war ihm zu wild, das er nicht gezähmt, kein Fluß ſo reißend, in welchen er ſich nicht geſtürzt und deſſen Wellen er nicht bewältigt hätte.
Obſchon ihm alle dieſe geiſtigen und körperlichen Vorzüge eine bedeutende Superivrität auf der Univer⸗ ſität ſicherten, war gleichwohl die Beſcheidenheit ſeine Freundin; er beſaß allerdings Stolz, aber jenen edeln Stolz, wo es galt, ariſtokratiſcher Anmaßung oder bürgerlichem Dünkel energiſch entgegen zu treten. Hier⸗ durch hatte er ſich in gewiſſen hohen Regionen man⸗ chen Feind zugezogen und er beſaß zu wenig Welt⸗ klugheit, um nicht einzuſehen, wie ihm dies einmal zu großem Nachtheil gereichen könne.
Willer vertheidigte die academiſche Freiheit mit aller Macht ſeines Geiſtes und ſeiner Satyre. Dies war ein Hauptgrund, weshalb er mit der academiſchen Gerichtsbarkeit, ſo wie insbeſondere mit dem landesherr⸗
lichen Univerſitätsproeurator auf ſehr geſpanntem Fuße
lebte. Deſſenungeachtet war er keineswegs ein Freund⸗
von zu großer ſtudentiſcher Ungebundenheit oder gar
von Rohheit. Nichts war ihm verhaßter, als jenes


