Teil eines Werkes 
6. Band, Deutsche Pickwickier : komischer Roman : 1. Theil (1853)
Entstehung
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Feind aller Poeſie; Verſemacherei kam ihm gleich nach Straßenbettelei und er hielt für das Studium einer Fachwiſſenſchaft nichts ſchädlicher, als ſolche poetiſche Allotria.

Der andre Hauptgrund, weshalb der Inſpector mit dem Studenten in ſtetem Dispüt lag, war die Studienweiſe des letztern. Nach Sonnenſchmidt's Willen ſollte Willer auf der Academie durchaus nichts weiter treiben als Jurisprudenz, um ſo bald als möglich das Examen beſtehen zu können. Alle andere Wiſſenſchaften wären Larifari und dienten nur dazu, den Studenten der Rechte zu zerſtreuen und ihn von ſeinem Brodſtudium abzuleiten. Nun gehörte Willer aber gerade zu denjenigen wißbegierigen Jünglingen,

die bemüht ſind, Alles zu durchdringen, und welche

die verſchiedenartigſten Richtungen, in welchen ſich der menſchliche Forſchungsgeiſt offenbart, mit gleichem Intereſſe verfolgen. Die Naturwiſſenſchaften, Philoſo⸗ phie und Geſchichte waren es hauptſächlich, die ſein ungetheiltes Intereſſe in Anſpruch nahmen, während die abſtractere Jurisprudenz ihm weniger zuſagte. In der Geſchichte hatte Willer nicht Unbedeutendes ge⸗ leiſtet und mehren ſeiner hiſtoriſchen Abhandlungen war von der hiſtoriſchen Sveietät der Preis zuerkannt worden. Er ſchickte die gedruckten Brochuren an ſei⸗ nen Onkel nach Neukirchen, weil er den alten Oecv⸗ nomen damit eine Freude zu machen hoffte; dieſer aber warf die Schriften ungeleſen und mit Wider⸗ willen in einen Winkel und gab dem gekrönten Ver⸗ faſſer im nächſten Briefe zu erkennen, daß er beſſer thäte, ſich mit den Pandecten zu beſchäftigen, welche Amt und Brod brächten; mit ſeiner hiſtoriſchen Schrei⸗ berei locke er keinen Hund unterm Ofen vor. Er ſolle ſich lieber um die juriſtiſchen Preisaufgaben be⸗ 11*