Teil eines Werkes 
6. Band, Deutsche Pickwickier : komischer Roman : 1. Theil (1853)
Entstehung
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von Steinau abdrückte. Mit dem knallenden Schuſſe fiel auch Langſchädel hin, ſo lang er war. Die Secun⸗ danten, wie der Chirurgus, ſprangen herbei und be⸗ ſchäftigten ſich mit dem zur Erde Gefallenen.

Der Arzt unterſuchte Langſchädeln am ganzen Leibe, da er aber nicht die geringſte Verwundung entdeckte, hielt er dem Scheintodten ein Fläſchchen mit Spiritus unter die Naſe, worauf der Landwehr⸗ lieutnant zum Leben erwachte.

„Haben Sie teſtirt?“ frug Eccarius.

„Ach, daß Gott erbarme,“ ſeufzte Langſchädel mit ſchwacher Stimme,„iſt denn wirklich keine Rettung?“

„Sie ſind ja gar nicht verwundet,“ erwiederte der Chirurg, dem die Sache jetzt ebenfalls lächerlich vorkam.

Dem Hofcommiſſair, als er den großſprecheriſchen Bramarbas in ſeiner tiefſten Erniedrigung erblickte, trat vor Lachen eine Thräne in die Augen.

„Siehe,“ ſprach er für ſich,„das wollte ich haben, dich Großmaul für deine Prahlereien einmal gezüch⸗ tigt zu ſehen. Du konnteſt dir dein Hinfallen und die damit verbundene Blamage erſparen; weder Steinau's noch dein Piſtol war ſcharf geladen. Aber ich wußte, daß der bloße Knall dich Haſenherz umwerfen würde; und weiter wollte ich nichts.“

Nachdem der Wundarzt den noch immer am Bo⸗ den liegenden Langſchädel wiederholt unterſucht und verſichert hatte, daß er völlig unverſehrt ſei, richtete ſich letzterer halben Leibes empor.

„Sprach der Hofcommiſſair nicht vom Teſtiren?“ frug er mit unſichrer Stimme, und fing an, ſich am ganzen Leibe zu betaſten.

„Er fürchtete, Sie ſeien verwundet,“ verſetzte der Arzt,„weil Sie zu Boden fielen.“

„Das knallte fürchterlich,“ meinte Langſchädel,