Teil eines Werkes 
6. Band, Deutsche Pickwickier : komischer Roman : 1. Theil (1853)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

157

vollen Geſchäfte der Landwehrlieutnant mit ſehr ban⸗ gem Herzen zuſchaute.

Nach den üblichen Ceremonien erhielt jeder der Duellanten ſeine Waffe und wurde auf ſeinen Platz geſtellt.

Langſchädel wollte ſich ſo eben bei dem Hofcom⸗ miſſair erkundigen, ob wirklich keine Gefahr vorhan⸗ den ſei, als dieſer ihm in's Ohr raunte:

„Es iſt mir wahrhaft fatal, daß meine wohlmei⸗ nende Abſicht fehl geſchlagen iſt.“

„Wie ſo?“ frug Langſchädel, der aus dieſen Wor⸗ ten nicht klug wurde.

„Nun, wegen der ſcharfen Ladung,“ meinte Eeccarius,„hätt' ich ahnen können—“

„Um Gottes willen,“ begann der Landwehrlieut⸗ nant, und ſeine Stimme zitterte,„was wollen Sie damit ſagen?“

„Faſſen Sie ſich als Mann,“ fuhr der Hofcom⸗ miſſair fort,„es iſt jetzt nicht zu ändern; Herr von Felseck wollte von meinem menſchenfreundlichen Vor⸗ ſchlage nichts wiſſen und hat Kugeln geladen; es blieb mir daher nichts übrig, als ein Gleiches zu thun.“

Langſchädeln begann bei dieſen Worten die Erde unter den Füßen zu wanken und die Bäume hin und her zu tanzen. Er wollte geradezu die Flucht ergrei⸗ fen, als Eccarius zurückſprang und das Commando⸗ wort zur Eröffnung des Kampfes begann.

Es waren die ſchrecklichſten Augenblicke im Leben des Landwehrlieutnants. Sein Geſicht glich dem ei⸗ nes Todten; ſeine Augen ſtarrten und die Haare ſtan⸗ den ihm ſammt und ſonders zu Berge. Als er ſei⸗ nen Gegner langſam auf ſich zukommen ſah, glaubte er, ſein letztes Stündlein habe geſchlagen; er wollte ſich eben bücken, um der Kugel auszuweichen, als Herr